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Debrecen 1997

Jugend

Reformiertes Jugendforum, Debrecen 1997

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Rodger Nishioka

"Tsazela siyakubhuqua
sewuman'ungucalaz ntengengqueque
Phuma kwesosimo
uzibezel'unumnganga"


Dieses Lied, das von einer der südafrikanischen Jugenddelegierten in ihrer Muttersprache Zulu während des Reformierten Jugendforums vorgetragen wurde, bildete ein Leitmotiv des Treffens. Zum Reformierten Jugendforum kamen 1997 rund 80 Teilnehmende vor der 23. Generalversammlung in Debrecen, Ungarn, zusammen. Für viele der Jugendlichen war dies die erste Gelegenheit, so viele reformierte Jugendliche aus der ganzen Welt kennenzulernen. Die 80 Teilnehmenden setzten sich aus 30 Jugenddelegierten, 25 Stewards und 25 Jugendlichen der Reformierten Kirche in Ungarn zusammen. Sie repräsentierten 42 Mitgliedskirchen des Weltbundes und fünf Nicht-Mitgliedskirchen.

Die Jugendlichen beschäftigten sich von ihren verschiedenen Perspektiven her mit dem Thema der Generalversammlung "Sprengt die Ketten der Ungerechtigkeit". Ein großer Teil der Zeit wurde darauf verwandt, den Geschichten der Jugendlichen über selbst erfahrene Ungerechtigkeit zu folgen. Diese Geschichten erzählten oft von dem Unrecht, dem sich die Jugendlichen eines ganzen Landes gegenübersehen.

"Es hat mich erstaunt," sagte eine junge Delegierte aus den USA, "wieviel wir gemeinsam haben. Sicher sind wir ganz verschiedene Menschen aus allen Teilen der Welt, aber als wir begannen, uns die Geschichten von Unrecht, das Jugendliche erlitten haben, zu erzählen, entdeckten wir, wieviel wir gemeinsam haben."

Die Jugendlichen suchten dann nach Wegen, wie sie selber und wie ihre Kirchen die Ketten der Ungerechtigkeit sprengen könnten. Sie verfaßten einen Bericht über ihre gemeinsame Zeit, den sie zusammen mit neun Empfehlungen an die Generalversammlung weiterreichten. Als sie ihren Bericht vortrugen sangen sie auch den Refrain des Liedes, das ihnen die Schwester aus Südafrika beigebracht hatte. In gewisser Weise schlossen sie die Delegierten und die Leiterinnen und Leiter ihrer Kirchen in den Text des Liedes ein und riefen die Versammlung damit auf, den Hoffnungen und Sorgen der Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Das Treffen in Debrecen war das zweite Vortreffen vor einer Generalversammlung. Das erste seiner Art fand 1989 vor der 22. Generalversammlung in Seoul, Korea, statt. Der Weltbund hat also schon vor langer Zeit seine Aufmerksamkeit und seine Unterstützung für die Anliegen der Jugendlichen zum Ausdruck gebracht.

Durch die Großzügigkeit des Schwedischen Missionsverbandes konnte der Weltbund zum ersten Mal eine volle Stelle für die Anliegen Jugendlicher einrichten. Pfarrerin Anna Ljung war drei Jahre lang (1994-1997) Koordinatorin für Jugendfragen. Ihre Hauptaufgabe bestand in der Organisation des Reformierten Jugendforums und in dem Aufbau eines reformierten Jugendnetzwerkes.

Zwei Jahre nach der Generalversammlung besteht und wächst das Netzwerk noch immer. Das wird nicht zuletzt durch den Internet-Dialog deutlich, der von Teilnehmenden des Reformierten Forums initiiert wurde und auch heute noch von ihnen betreut wird. Im Rahmen dieses Dialogs erreichen uns täglich Nachrichten und Botschaften von Jugendlichen aus der ganzen Welt. Darüberhinaus hatte die Generalversammlung be-schlossen, künftig zwei Jugendliche als Beraterinnen bzw. Berater zu Exekutivaussschußsitzungen einzuladen, um die Repräsentanz der Jugendlichen zu erhöhen - auch ein Ausdruck der Tatsache wie sehr der Weltbund auf die Stimme der Jugendlichen Wert legt.

Der Bericht des Reformierten Jugendforums an die Generalversamm-lung endet mit einer Vision der Jugendlichen:

"Wir haben die Vision, daß unsere Kirchen in Harmonie zusammenarbeiten und durch gegenseitigen Respekt voreinander sowie durch die Anerkennung der jeweiligen Gaben, der Talente und Stimme jeder einzelnen Person der Welt die Liebe Christi bezeugen."

Das ist der Aufruf der Jugendlichen an die Leiterinnen und Leiter ihrer Kirchen als sie sich am Ende ihrer Darstellung durch die Gänge der Großkirche in Debrecen bewegten.

"Dein Gott rechnet mit Dir.
Höre sehr genau auf Deinen Gott.
Dies ist der Ruf Gottes für Dich und mich.
Gemeinsam müssen wir diesem Ruf folgen,
Damit alle Menschen zum Leben finden."

 

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