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Reformierter Weltbund

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Die 23. Generalversammlung

Debrecen 1997

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  Debrecen, Ungarn
8.-20. August 1997

Freitag, 8. August 1997
Samstag 9. August 1997
Sonntag 10. August 1997
Montag 11. August 1997
Dienstag 12. August 1997
Mittwoch 13. August 1997
Donnerstag 14. August 1997
Freitag 15. August 1997
Samstag 16. und Sonntag 17. August 1997
Montag 18. August 1997
Dienstag 19. August 1997


Freitag 8. August 1997

Eröffnungsgottesdienst: 9.00-10.30 Uhr

Die 23. Generalversammlung des Reformierten Weltbundes wurde am Freitag, dem 8. August 1997, um 9.00 Uhr mit einem Gottesdienst in der Großkirche in Debrecen, Ungarn, eröffnet. Zu Beginn des Gottesdienstes wurde die Vizsoly-Bibel von 1590 von Frau Izabella Gaal hereingetragen und auf den Altar gelegt. Während die koreanischen Delegierten die Prozession in die Großkirche anführten, sang der Chor das Lied, das zum Thema der 22. Generalversammlung 1989 in Seoul, Korea, komponiert worden war, wodurch der Weg von Seoul nach Debrecen symbolhaft zum Ausdruck kam. In der Prozession zogen auch der Exekutivausschuß, ökumenische Delegierte und offizielle Gäste des Weltbundes, ungarische Kirchenführer und Vertreter des Staates sowie acht Liturginnen und Liturgen mit ein.

Der Gottesdienst wurde von der Präsidentin des RWB, Dr. Jane Dempsey Douglass, und Generalsekretär Dr. Milan Opocensky geleitet. Die Schriftlesungen waren aus Jesaja 58,1-6 und aus Matthäus 5,1-10 entnommen. Pfr. Dr. Abival Pires da Silveira, Vizepräsident des RWB, predigte über das Thema "Gerechtigkeit, Brot und Schönheit" . Der Kántus des Reformierten Kollegiums umrahmte den Gottesdienst mit Musik und sang auch den Debrecen-Hymnus "Keresd Új Szivvel Öt!", der von Sándor Berkesi und Pfr. Ferenc Kádár für die Generalversammlung komponiert worden war. Die Sonderkollekte war für das Emmanuel-Heim, eine Tagesstätte für behinderte Kinder in Debrecen, ein Projekt der Großkirche, bestimmt. Während des afro-amerikanischen Spirituals "Go Down Moses" wurden aus jedem Kontinent Symbole der Ungerechtigkeit hereingetragen und auf den Altar gelegt. Nachdem das von Pfr. Fred Kaan für die 23. Generalversammlung komponierte Lied "Voice-Over God, Our Lover and Creator"gesungen war, erteilte der Leitende Bischof der Reformierten Kirche in Ungarn, Dr. Gusztáv Bölcskei, den Segen.

1. Geschäftssitzung: 11.00-12.30 Uhr

Eröffnung und Begrüßung

Die Generalversammlung wurde um 11.15 Uhr in der Großkirche von der Präsidentin des RWB, Dr. Jane Dempsey Douglass eröffnet. In ihrer Einleitung wies sie darauf hin, daß diese Versammlung aus mehreren Gründen bedeutungsvoll sei:

  • Sie finde 120 Jahre nach der ersten Generalversammlung von 1877 statt;
  • Es sei die erste Generalversammlung in Ost- oder Mitteleuropa;
  • Debrecen selbst habe seit 1567, als das Zweite Helvetische Bekenntnis angenommen wurde, einen Ehrenplatz in der reformierten Geschichte.

Der Weltbund sei der Reformierten Kirche in Ungarn und besonders der Großkirche in Debrecen dankbar für die Großzügigkeit und Begeisterung, die so viele bei den Vorbereitungen für die Generalversammlung gezeigt hätten. Die Präsidentin dankte dem Generalsekretär und dem Stab, sowie den Mitgliedern des Exekutivausschusses für ihre harte Arbeit, besonders bei der Vorbereitung der Versammlung. Sie hieß alle Teilnehmenden willkommen, von denen viele lange und beschwerliche Reisen auf sich genommen hatten, um nach Debrecen zu gelangen.

Feststellung der Anwesenheit

Der Generalsekretär berichtete, daß dem Weltbund inzwischen 211 Mitgliedskirchen aus 103 Ländern angehörten. Bei der Versammlung seien 411 Delegierte aus 186 Kirchen anwesend: 96 aus Afrika; 120 aus Asien; 10 aus der Karibik; 91 aus Europa; 35 aus Lateinamerika; 36 aus Nordamerika; 4 aus dem Nahen Osten und 19 aus dem Pazifik.1

Aufnahme neuer Mitgliedskirchen

Zwischen der 22. und der 23. Generalversammlung haben sich 45 Kirchen dem Weltbund angeschlossen. Die Kirchen, die zwischen 1990 und 1996 aufgenommen wurden, sind im Bericht Von Seoul nach Debrecen aufgeführt. Drei Kirchen wurden 1997 aufgenommen:

  • Die Evangelische Kirche in der Dominikanischen Republik, mit 10.000 Mitgliedern;
  • Die Vereinigte Kirche auf den Solomon Inseln, mit 50.000 Mitgliedern;
  • Die Vereinigte Kongregationalistische Kirche Christi auf den Marshall Inseln, mit 30.000 Mitgliedern.

Der Generalsekretär hieß alle seit der 22. Generalversammlung aufgenommenen Mitgliedskirchen willkommen und bat die Delegationen dieser Kirchen, sich zu erheben.

Grußworte

Die Präsidentin begrüßte Dr. Gusztáv Bölcskei, den Leitenden Bischof der Reformierten Kirche in Ungarn und den Parlamentspräsidenten der Ungarischen Republik, Herrn Zoltán Gál.

Bischof Bölcskei hieß die Generalversammlung in Ungarn, in Debrecen und in der historischen Großkirche dieser Stadt, in der Lajos Kossuth am 14. April 1849 die Unabhängigkeit Ungarns ausgerufen hatte, herzlich willkommen. Er lud die Teilnehmenden ein, die Geschichte der ungarischen Kirche in dem Buch Unsere Kirche: Die Reformierte Kirche in Ungarn nachzulesen, das ihnen geschenkt worden war (Anhang 14).

Parlamentspräsident Zoltán Gál betrachtete es als Ehre, daß die Generalversammlung in Ungarn zusammentrat, in einem Land, in dessen Leben die reformierte Tradition jahrhundertelang eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Nach den Ereignissen von 1989 hätten sich Kirche und Staat neuen Herausforderungen und auch neuen Chancen gegenübergesehen, die eine Konsolidierung, aber auch genaue Überlegungen für den künftigen Weg erforderten. Bei der Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Kirche und Staat sei schon viel erreicht worden, aber viele Aufgaben müßten noch angepackt werden. Im Namen des ungarischen Volkes und des Parlaments wünschte er der Versammlung gutes Gelingen.

Pfr. Bertalan Tamás, Ökumenereferent der Reformierten Kirche in Ungarn, begrüßte die Generalversammlung namens des ungarischen gastgebenden Ausschusses, dessen Vorsitz er innehatte. Er beschrieb, wie sich die Unterstützung durch die Gemeinden entwickelt hatte und fand lobende Worte für die reibungslosen und herzlichen Beziehungen zwischen Budapest, Debrecen und Genf während des langen Vorbereitungsprozesses. Die wichtigsten Veranstaltungsorte für die Arbeit der Generalversammlung seien die Großkirche, das Reformierte Kollegium, die Reformierte Pädagogische Ferenc Kölcsey-Hochschule und das dazugehörige Studentenwohnheim. Einige Delegierte würden im Hotel Aranybika, im Hotel Civis und in drei weiteren Gästehäusern untergebracht. Alle diese Örtlichkeiten seien durch kurze Fußwege zu erreichen. In Erinnerung an den traditionellen ungarisch-reformierten Gruß "Áldás, békesség", wünschte er der Versammlung "Segen und Frieden".

Die Präsidentin dankte allen drei Rednern für ihre Präsenz bei der Generalversammlung und für die überbrachten Grüße.

Dr. Darrell Guder, Direktor des Sprachen- und Dokumentationsdienstes, dankte der Reformierten Kirche von Debrecen im Namen der 50 Mitarbeitenden für die ausgezeichneten Arbeitsmöglichkeiten. Er erklärte die verschiedenen Farben der Versammlungsdokumente, wie die Übersetzungsanlage funktioniert und erinnerte daran, daß alle Redebeiträge in Mikrophone gesprochen werden müssen.

Bericht und Empfehlungen des Exekutivausschusses

RWB-Vizepräsident, Seine Exzellenz Benjamin Masilo, führte den Bericht und die Empfehlungen des Exekutivausschusses ein, die alle von der Versammlung gebilligt wurden:

  1. Die Versammlung möge das Protokoll der 1989 in Seoul abgehaltenen 22. Generalversammlung verabschieden;
  2. Die Versammlung möge die Zustimmung der Mitgliedskirchen zu den revidierten Zusatzbestimmungen (Anhang 10) zur Kenntnis nehmen.
  3. Die Versammlung möge Frau Judy Guder und Herrn John Gilbey mit dem Protokoll beauftragen.
  4. Die Versammlung möge Pfr. Martin Cressey zum Parlamentarier für die Einhaltung der Satzung ernennen.
  5. Die Versammlung möge die im Programmheft abgedruckte Tagesordnung billigen.
  6. Die Versammlung möge die vorgeschlagene Liste der für Sektionen und Ausschüsse Verantwortlichen zur Kenntnis nehmen, über die dann am 9. August in der 3. Geschäftssitzung abgestimmt werden wird.
  7. Die Versammlung möge zur Durchführung ihrer Geschäfte die im Programmheft abgedruckten Verfahrensregeln billigen 2).
Pfr. Bertalan Tamás verlas einige Ankündigungen, bevor er ein Tischgebet für das Mittagessen sprach. Die Versammlung wurde unterbrochen.

2. Geschäftssitzung: 15.00-16.30 Uhr

Grußwort

Die Geschäftssitzung am Nachmittag wurde mit einem Gebet eröffnet, wonach die Präsidentin den Pfarrer der Großkirche, Zsigmond Vad, vorstellte, der die Teilnehmenden im historisch auch "calvinistisches Rom" genannten Debrecen willkommen hieß und für die Arbeit der Versammlung Gottes Segen wünschte.

Ansprache der Präsidentin

Vizepräsident Benjamin Masilo leitete die Nachmittagssitzung, in der Präsidentin Dr. Jane Dempsey Douglass ihren Bericht vortrug (Anhang 2). Die Versammlung dankte mit stehenden Beifall.

Der Prozeß des Bundesschlusses

Nachdem drei Verse von "Lobe den Herren" gesungen wurden, übernahm die Präsidentin erneut die Leitung und stellte Dr. Stephen Farris (Presbyterianische Kirche in Kanada) vor, der der Versammlung den Prozeß des Bundesschlusses erläuterte. Er beschrieb den Bund als Verheißung und Verpflichtung. Da Gott uns ermächtigt hat, uns einem Bundesschluß zu verpflichten, sollte auch in dieser Versammlung durch einen Prozeß des Zuhörens und Betens eine gemeinsame Verpflichtung angestrebt werden. Diese unterzeichnete Bundesverpflichtung (die Erklärung von Debrecen, Anhang 21) sollte dann zu den Mitgliedskirchen zurückgebracht werden. Er bat die Versammlung um Reaktionen und Gebete. Nach diversen Ankündigungen wurde die Versammlung unterbrochen.

3. Geschäftssitzung: 17.00-18.30 Uhr

Grußworte

Nach Eröffnung der Sitzung stellte die Präsidentin Dr. József Schweitzer, den Hauptrabbiner von Ungarn vor. Er begrüßte die Versammlung mit "Shalom" und sprach dann zum Thema der Generalversammlung und der Notwendigkeit wahrhaftigen Fastens und wirklicher Reue, um die Probleme neugewonnener Freiheit bewältigen zu können. Er wünschte der Generalversammlung beim Hören auf die Worte und Lehren des Propheten Jesaja alles Gute Anhang 14.

Danach stellte die Präsidentin Frau Mary Ann Lundy vor, die im Auftrag des Ökumenischen Rates der Kirchen und seines Generalsekretärs, Dr. Konrad Raiser, Grüße überbrachte. Sie sprach von der langjährigen Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen dem RWB und dem ÖRK und wies auf gemeinsame Studien hin und auf die bilateralen und multilateralen Diskussionen, die als Ergebnis einer geteilten Verpflichtung zur Vision christlicher Einheit zu sehen seien Anhang 14).

Ansprache des Generalsekretärs

Die Präsidentin stellte Dr. Milan Opocensky vor, der vor der Generalversammlung berichtete, wie er seine Aufgabe seit Seoul verstand und ausführte, und vor welche Herausforderungen sich der Weltbund in der heutigen Zeit gestellt sieht ((Anhang 3). Die Teilnehmenden drückten ihre Anerkennung mit stehendem Beifall aus.

Die Delegierten bedauerten, daß keine Zeit zur Verfügung stand, um die Ansprachen der Präsidentin und des Generalsekretärs zu diskutieren. Nach dem Singen der letzten beiden Verse von "Lobe den Herren" lud Bertalan Tamás alle Teilnehmenden zu einem Empfang ins Hotel Aranybika ein, der an diesem Abend von den ungarischen Gastgebern ausgerichtet wurde. Die Versammlung wurde um 18.20 Uhr unterbrochen.


Samstag, 9. August 1997

Morgengottesdienst und Bibelarbeit: 8.00-10.15 Uhr

Am Samstag begann der normale Versammlungsablauf mit einem Morgengottesdienst, dem Bibelarbeiten folgten. Jeden Morgen gab es als Vorbereitung auf den Gottesdienst ein von einem Team von Kirchenmusikerinnen und -musikern geleitetes Einsingen, dem ein halbstündiger Gottesdienst folgte. Jeder Gottesdienst basierte auf einem oder mehreren Versen aus Jesaja 58,1-12. Der Samstagsgottesdienst wurde von Prof. George Newlands von der Kirche von Schottland geleitet. Nach dem Gottesdienst teilte sich die Versammlung zu Bibelarbeitsgruppen auf, die ihre Räume im Reformierten Kollegium und in der Pädagogischen Hochschule hatten.

Hauptvorträge: 10.45-12.30 Uhr

Die Präsidentin dankte dem gastgebenden Ausschuß für den Empfang am Freitag abend in der Bartok-Halle und für die damit verbundene Gelegenheit, Willkommensgrüße von führenden Persönlichkeiten aus Kirche und Regierung zu hören. Alle hatten das Essen und die gesellige Zeit genossen.

Grußworte

Die Präsidentin begrüßte Seine Eminenz Edward Kardinal Cassidy, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, der eine Grußbotschaft von Papst Johannes Paul II. verlas, in der der Papst sich an seine Teilnahme an einem ökumenischen Gottesdienst in der Großkirche 1991 erinnerte. Er freue sich, wenn im kommenden Jahrtausend alte Erinnerungen geheilt würden und er erbitte Gottes Segen für diese Versammlung, damit die Christen eins seien und die Welt glaube (Anhang 14). Die Präsidentin dankte dem Kardinal für sein Kommen und für die Grüße, die er im Namen Seiner Heiligkeit und des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen überbracht habe.

Die Präsidentin begrüßte danach Bischof Imre Szebik von der Lutherischen Kirche in Ungarn, Präsident des Ökumenischen Rates der Kirchen in Ungarn, der der Versammlung die Grüße des Rates und seiner Kirche überbrachte. Lutherische und reformierte Christen arbeiten im Ökumenischen Rat auf der Grundlage der Heiligen Schrift zusammen, um allen Bedürftigen in der Gemeinschaft beizustehen. Die Kirchen hätten seit 1990 viel besseren Zugang zu den Medien. Sie suchten nach Wegen gemeinsamer Pfarrer/innen-Ausbildung und bemühten sich, die Dienste für die Gemeinschaft aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Sie seien sich darüber im Klaren gewesen, daß sie diese einmalige Chance nicht versäumen durften. Die Präsidentin dankte Bischof Szebik für seine Worte und Grüße.

Dr. Elsa Tamez und Dr. Walter Brueggemann

Dr. Aaron Tolen aus Kamerun hatte den Vorsitz während der Hauptvorträge und stellte zunächst Dr. Elsa Tamez vor, die ursprünglich aus der Nationalen Presbyterianischen Kirche von Mexiko kommt. Dr. Tamez, Präsidentin des Seminario Biblico Latinoamericano in San José, Costa Rica, sprach über "Milch und andere Milchprodukte: Sprengt die Ketten der Ungerechtigkeit" (Anhang 4). Dr. Tolen dankte Dr. Tamez für ihren Vortrag, der von der Versammlung begeistert aufgenommen wurde.

Danach stellte Dr. Tolen Dr. Walter Brueggemann von der Vereinigten Kirche Christi in den USA vor, dessen auch sehr herzlich aufgenommener Vortrag den Titel trug "Gott schenkt uns eine an den Nächsten ausgerichtete Zukunft" (Anhang 5).

Ein Vertreter der Nationalen Evangelischen Union im Libanon dankte für Dr. Brueggemanns Vortrag, meinte aber, es sei notwendig, aus allem, was Jesaja über Gerechtigkeit und Nächste gesagt habe, vor allem im Blick auf Palästina Schlüsse zu ziehen.

Ein Sprecher aus Indonesien meinte, alle Anwesenden würden die im Vortrag beschriebenen Probleme sehen, er frage sich aber, wie wir uns zusrüsten könnten, um mit der konkurrierenden Welt, in der wir leben, umzugehen, vor allem deshalb, weil einige Formen von Armut durch kulturelle Muster, Verhaltensweisen und Arbeitsstile entstehen. Es sei nicht leicht, eine Alternative zum gegenwärtigen System zu formulieren.

Dr. Tolen dankte den beiden Delegierten für ihre Kommentare und bat die Präsidentin, den Vorsitz wieder zu übernehmen. Nach einigen Ankündigungen sprach Bertalan Tamás das Tischgebet für das Mittagessen. Die Versammlung wurde unterbrochen.

Hauptvorträge zum Thema: 15.00-16.30 Uhr

Dr. Leonor Magtolis Briones and Dr. Aaron Tolen

Pfr. Dr. Abival Pires da Silveira übernahm die Moderation dieser Sitzung. Vor dem Vortrag von Dr. Leonor Magtolis Briones von der Universität der Philippinen zum Thema "Alle Formen der Ungerechtigkeit sprengen" (Anhang 6), sang die Versammlung das Lied "Thine be the Glory". Danach sprach Dr. Tolen in seinem Vortrag über "Die Ketten der Ungerechtigkeit sprengen: Ein afrikanischer Blickwinkel" (Anhang 7). Der Moderator dankte der Rednerin und dem Redner für ihre ausgezeichneten Referate und bat um Diskussionsbeiträge.

Bischof Kálmán Csiha (Reformierte Kirche in Rumänien) dankte der Rednerin und dem Redner, die die Stellung der Kirche in der Welt der Marktwirtschaft analysiert hatten. Kirchen scheinen häufig versucht zu sein, weltlichen Verhaltensweisen zu folgen und zu Toleranz zu tendieren und zu einer laschen Haltung gegenüber apostolischen Werten. Seiner Ansicht nach sollte die Kirche in diesen Angelegenheiten ein Beispiel setzen, um bei der Schaffung einer neuen Gesellschaft an vorderster Front zu stehen.

Pfr. Elisha Walone (Indonesische Protestantische Kirche in Gorontalo) meinte, man müsse auf Armutsprobleme in solchen Teilen der Welt wie Nordamerika und Europa hinweisen. Fakten und Analysen der vor uns liegenden Probleme seien notwendig und auch bewegend, aber die Berücksichtigung möglicher Lösungen noch ungleich wichtiger. Da augenscheinlich sei, daß die Macht der Wirtschaft in Zukunft nicht einmal von der Demokratie kontrolliert werden könne, fürchte er, daß wir bei künftigen Versammlungen mit ähnlichen Geschichten konfrontiert sein werden, es sei denn, es würde dringlich nach Lösungen gesucht.

Pfr'in Elizabeth Nash (Vereinigte Reformierte Kirche im Vereinigten Königreich) war dankbar für alle vier Vorträge, vor allem den ersten, der deutlich machte, in welcher Weise Frauen in den meisten Teilen der Welt von Armut betroffen sind. Sie bat die Delegierten, sich bei allen Diskussionen während der Versammlung an diesen Aspekt zu erinnern.

Ein Sprecher aus Kenia meinte, die Kirche würde nur selten mit gutem Beispiel vorangehen und sich sehr weltlich verhalten. Von Buße würde kaum gesprochen und von Gebet auch nicht viel. Eine Kirche aber, die in Demut und Gebet Zeugnis ablege, könne größeren Einfluß gewinnen.

Ein Redner aus Indonesien stellte fest, daß in den letzten Jahren das Angebot oft größer gewesen sei als die Nachfrage, weswegen Firmen in den Entwicklungsländern neue Märkte gesucht hätten, zum Beispiel für Zigaretten, zum Schaden jener Länder. Er beklagte auch die Tatsache, daß oft giftige Chemieabfälle in Entwicklungsländer verschifft würden.

Der Moderator dankte den Delegierten für ihre Beiträge. Er gab bekannt, daß Pfr. Samuel Ador (Presbyterianische Kirche im Sudan) wegen einer Blinddarmentzündung ins Krankenhaus gebracht werden mußte und sich gerade im Operationssaal befinde. Er bat die Delegierten, für den Kranken zu beten. Die Versammlung wurde unterbrochen.

4. Geschäftssitzung: 17.00-18.30 Uhr

Feier des 120jährigen Jubiläums

Die Generalversammlung trat wieder zusammen, um mit einer dramatischen Lesung des 120jährigen Jubiläums der ersten Generalversammlung im Jahre 1877 feierlich zu gedenken. Frau Joy Michael (Kirche von Nordindien) leitete die Präsentation. Acht Mitglieder des Exekutivausschusses, sowie der frühere Präsident, Dr. William P. Thompson, und der frühere Generalsekretär des Internationalen Kongregationalen Rates (International Congregational Council), Pfr. Fred Kaan, portraitierten die Höhepunkte aus der Geschichte des Weltbundes. Alle früheren Mitglieder des Exekutivausschusses und Stabes wurden gebeten, aufzustehen und sich zu erkennen zu geben.

Erinnerungsmedaillen

Bischof Gusztáv Bölcskei überreichte allen Teilnehmenden der Generalversammlung eine Medaille, die zur Erinnerung an diese Zusammenkunft extra geprägt worden war. Auf der einen Seite seien Logo und Thema der Versammlung abgebildet und auf der anderen Seite die Großkirche. Die Präsidentin nahm das Geschenk im Namen der Teilnehmenden dankbar entgegen.

Die Predigt Calvins

Es wurde angekündigt, daß Calvins Predigt über Jes 58,6-8 in modernes Französisch übertragen und ins Englische übersetzt wurde und für alle Teilnehmenden als Teil der Feiern zum 120jährigen Jubiläum erhältlich sei.

Grußworte

Dr. Joe Hale vom Methodistischen Weltbund überbrachte Grüße seiner Organisation und der Christlichen Weltgemeinschaften (Christian World Communions - CWCs). Den gegenwärtigen Vorsitz beim Jahrestreffen der CWC-Generalsekretäre hat RWB-Generalsekretär Dr. Milan Opocensky inne. Zur Zeit sind Überlegungen im Gange, wie 2000 Jahre christlicher Tradition gefeiert werden können (Anhang 14).

Dr. John Erickson, Generalsekretär der Vereinigten Bibelgesellschaften sprach über die spannende Arbeit der Bibelgesellschaften. Ihr Wunsch sei es, Dienerin der Kirche zu sein, da der Heilige Geist durch das Wort Gottes in und unter uns am Werke sei. In vielen Ländern seien RWB-Mitgliedskirchen aktiv in den örtlichen Bibelgesellschaften beteiligt.

Koreanische Präsentation

Die Präsidentin bat Dr. Seong-Won Park, Sekretär der Abteilung für Zusammenarbeit und Zeugnis, eine Präsentation der Delegation der Koreanischen Christlichen Vereinigung (KCF) aus der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) und der Delegation des Nationalen Kirchenrates von Korea (NCCK) aus der Volksrepublik Korea (Südkorea) vorzustellen. Pfr. Yong-Sop Kang von der KCF und Dr. Chong-Soon Park vom NCCK sprachen vor der Generalversammlung und gaben ihrem glühenden Wunsch nach Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel Ausdruck. Beide bestätigten ihr Einssein in Jesus Christus, dem Haupt der Kirche. Sie baten, für die Hungernden in Nordkorea zu beten und darum, daß alle Menschen, die in Korea gelitten haben, zu Reue und Vergebung bereit seien.

Als sie sich in einer Geste brüderlicher Verbundenheit die Hände reichten, bezeichnete der Generalsekretär diesen historischen Augenblick als ein Zeichen dafür, daß der Weltbund ein Instrument der Versöhnung sein könne, mit dessen Hilfe politische Schranken und Spaltungen überwunden werden könnten. Er überreichte der nordkoreanischen Delegation einen Brief mit Hilfszusagen von Mitgliedskirchen, die angesichts der nordkoreanischen Nahrungsmittelknappheit gemacht wurden, und bat die Delegierten, auch weiterhin für eine friedliche Lösung der durch die Spaltung der koreanischen Halbinsel verursachten Probleme zu beten. Nach einem Gebet von Dr. William P. Thompson sang die Versammlung ein koreanisches Einheitslied, "Our Hope".

Zustimmung zur Besetzung der Leitung von Sektionen und Ausschüssen

Die Präsidentin bat um einen Antrag, die Sitzung zu verlängern, um das Tagesgeschäft beenden zu können. Die Liste der vorgeschlagenen Verantwortlichen für die Leitung der Sektionen und Ausschüsse wurde mit folgenden Veränderungen gebilligt: Bischof Suputhrappa Vasanthakumar sollte Frau Rose Zoé-Obianga als Leiter des Ausschusses für Grundsatzfragen und als Leiter des Unterausschusses "Von Seoul nach Debrecen" ersetzen, da sie in den Nominierungsausschuß berufen wurde. Pfr'in Ruth Ngaari sollte Dr. George Newlands als Leiterin des Unterausschusses für Öffentliche Angelegenheiten zu Äquatorial-Guinea ersetzen. Dr. Stephen Farris wurde zusätzlicher Berater des Botschaftsausschusses. Die korrigierte Liste ist in Anhang 9 abgedruckt.

Die Eröffnung der Agora wurde wegen eines starken Gewitters auf Sonntag abend verschoben. Die Abendgebete, die von zwei Schwestern von der Kommunität in Grandchamps, Schweiz, vorbereitet wurden, sollten jeden Abend um 21.30 Uhr im Altarraum der Großkirche stattfinden, anstatt wie ursprünglich angekündigt im Turmzimmer.

Der Generalsekretär sprach ein Tischgebet für das Abendessen. Die Versammlung wurde unterbrochen.


Sonntag, 10. August 1997

Morgengottesdienste

Die Teilnehmenden der Versammlung nahmen in folgenden reformierten Kirchen in Debrecen an den Morgengottesdiensten teil:

Kirche

Prediger

Mester Street

Bischof István Csete Szemesi (Jugoslawien)

Kossuth Street

Bischof László Tökés (Rumänien)

Kleine Kirche

Bischof Lajos Gulácsy (Ukraine)

Großkirche

Bischof Géza Erdélyi (Slowakei)

Picknick im Großen Wald

Um 15.00 Uhr machten sich die Teilnehmenden auf zum Großen Wald, wo sie in einem vielseitigen, bunten und wunderschönen Kulturprogramm mit Musik und Tanz verschiedenster Gruppen aus Debrecen und Umgebung unterhalten wurden. Danach nahmen sie eine ausgezeichnete ungarische Gulaschsuppe zu sich, die in Zelten von freundlichen Soldaten der ungarischen Armee bereitgestellt worden war. Vizepräsident Benjamin Masilo sprach den Kirchen von Debrecen und allen, die zu diesem so unterhaltsamen Tag beigetragen hatten, im Namen der Generalversammlung seinen Dank aus.

Ausschußsitzungen

Das Leitungsteam für die Sektionen und Ausschüsse traf sich um 18.30 Uhr im Versammlungsraum des Reformierten Kollegiums.

Der Nominierungsausschuß, sowie die Ausschüsse für Grundsatzfragen und Öffentliche Angelegenheiten trafen sich zu ihren ersten Sitzungen um 20.00 Uhr im Reformierten Kollegium und in der Pädagogischen Hochschule.

Video-Vorführungen

Ebenfalls um 20.00 Uhr wurden im Theatersaal der Pädagogischen Hochschule Videos mit folgenden Themen vorgeführt:

Nordkorea

Jahreszeiten und Bräuche in Korea

Brasilien

Das Kinderprojekt

Indien

Straßenkinder in Delhi: Eine helle Zukunft

Ghana

Strahlen der Hoffnung

Um 21.30 Uhr wurde in der Großkirche das Abendgebet gehalten.


Montag, 11. August 1997

Der Morgengottesdienst wurde von Delegierten aus Indien durchgeführt und von Bischof Peter Vinod geleitet. Die Bibelarbeiten wurden auf die Zeit nach der 5. Geschäftssitzung verlegt.

5. Geschäftssitzung: 9.00-10.30 Uhr

Die 5. Geschäftssitzung wurde um 9.00 Uhr von der Präsidentin eröffnet.

Grußwort

Frau Joy Michael überbrachte der Generalversammlung Grüße von Frau Shanti Solomon (Kirche von Nordindien), die als offizieller Gast an der Generalversammlung hätte teilnehmen sollen. Frau Shanti Solomon war eine frühere Vizepräsidentin des RWB und Gründerin der Gemeinschaft der Kleinsten Münze. Sie brachte durch Frau Michael ihr großes Bedauern zum Ausdruck, aus gesundheitlichen Gründen ihre Teilnahme absagen zu müssen und wünschte der Versammlung Gottes Geleit bei allen ihren Entscheidungen.

Plenarsitzung, die von den Frauen und den Jugenddelegierten gestaltet wurde

Der Bericht der Vorkonferenz der Frauen wurde von ihrer Vorsitzenden, Frau Lydia Aku Eleblu (Evangelische Presbyterianische Kirche, Ghana), vorgetragen. Die Frauen beschrieben beispielhaft Situationen schon gesprengter und noch zu sprengender Ketten, von denen sie in ihren Gottesdiensten, Reflexionen, Gesprächen und Gebeten erfahren hatten, und gaben Handlungsempfehlungen (Anhang 12).

Mit farbenprächtigen Masken und mit Musik demonstrierten die Teilnehmenden des Reformierten Jugendforums, welche aus ihrer Sicht und von ihren Erfahrungen her die Ketten der Ungerechtigkeit in der Welt sind. Auch sie gaben Handlungsempfehlungen (Anhang 13).

Zu keinem der Berichte wurden Beschlüsse gefaßt. Die Empfehlungen sollten zunächst von den entsprechenden Sektionen oder Ausschüssen studiert und bei einer späteren Sitzung darüber berichtet werden.

Grußwort

Bischof Lásló Tökés (Reformierte Kirche in Rumänien) verlas ein Grußwort der Ungarischen Reformierten Vereinigung, die ungarisch-sprechende reformierte Christinnen und Christen in vierzig Ländern in der ganzen Welt verbindet. Er gab seiner Dankbarkeit Ausdruck, daß die Generalversammlung zum ersten Mal in Mittel- und Osteuropa zusammentrete, wo ihr Thema eine ganz besondere Bedeutung habe. Außerdem sprach er die Hoffnung aus, die Generalversammlung möge dazu beitragen, die Freiheit in der Region zu erhalten und ein korrektes Verhältnis zwischen Kirche und Staat zu gewährleisten.

Arbeitsweise von Montag bis Donnerstag

Gottesdienst und Bibelarbeiten sollten jeden Morgen stattfinden, aber bis Freitag keine weiteren Geschäftssitzungen. Die einzelnen Tage sollten wie geplant zur Arbeit in den Sektionen, Untersektionen und Ausschüssen zur Verfügung stehen. Für Besucherinnen und Besucher, die nicht an den Sektions- oder Ausschußsitzungen teilnehmen konnten, wurde ein gesondertes Programm angeboten.

Regionale Treffen

Um 20.00 Uhr wurden regionale Treffen abgehalten, in denen die einzelnen Regionen ihre Nominierungen für den Exekutivausschuß diskutieren konnten, wie auch bestimmte regionale Themen, die in einer Sektions- oder Ausschußsitzung zur Sprache gebracht werden sollten.


Dienstag, 12. August 1997

Der Morgengottesdienst wurde von den Jugenddelegierten in Form eines kreativen Dramas gestaltet. Nach einigen Ankündigungen traf man sich in Bibelarbeitsgruppen. Von 11.00 bis 12.30 Uhr und von 17.00 bis 18.30 Uhr fanden die Sitzungen der Sektionen und Untersektionen statt. Die Ausschüsse tagten von 15.00 bis 16.30 Uhr.

Abendprogramm

  • Um 20.00 Uhr waren die Teilnehmenden der Versammlung zu einem Konzert in der Großkirche eingeladen, das vom Kántus des Reformierten Kollegiums unter Leitung von Herrn Sándor Berkesi und Herrn András Kurgyis veranstaltet wurde. An der Orgel spielte Frau Hedwig Jakab. Die Anwesenden dankten mit lang anhaltendem Beifall.
  • Zur gleichen Zeit tagten die Finanzbeauftragten von Mitgliedskirchen.
  • Auch in der Agora gab es verschiedene Beiträge.
Im Anschluß an das Konzert wurde in der Großkirche das Abendgebet gehalten.


Mittwoch, 13. August 1997

Der Morgengottesdienst wurde von Delegierten aus Afrika gehalten in Form eines Abendmahlsgottesdienstes. Pfr'in Muthoni Ruth Ngaari hielt die Predigt.

Grußwort

Die Präsidentin begrüßte Pfr. José Belo Chipenda, Generalsekretär der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz (AACC), der dem RWB dafür dankte, daß viele Delegierte aus AACC-Kirchen die Möglichkeit erhielten, an der Generalversammlung teilzunehmen. Presbyterianer, Methodisten und Lutheraner hätten im 20. Jahrhundert ausgezeichnete ökumenische Arbeit geleistet. Heute gäbe es in Afrika 300 Millionen Christinnen und Christen, verglichen mit 10 Millionen zu Beginn des Jahrhunderts. Die 1963 gegründetete Gesamtafrikanische Kirchenkonferenz hoffe auf weitere Unterstützung durch den RWB. Die Kirchen seien durch eine Anzahl von Faktoren "verstört aber nicht zerstört", was er mit folgenden Beispielen verdeutlichte:

  • Kirchen würden sich in einer Weise spalten, die der Einheit abträglich sei und das Zeugnis schwäche.
  • In Ruanda seien die Muslime die einzige religiöse Gemeinschaft gewesen, die sich an den jüngsten Morden nicht beteiligt habe.
  • In Angola würden die Zeugen Jehovas wirksamer evangelisieren als die Kirchen.
  • Im Bereich der Katastrophenhilfe würden sich die Nichtregierungsorganisationen stärker engagieren als die Kirchen.
Diese und andere Faktoren machten es erforderlich, bei der Vollversammlung der AACC im Oktober 1997 in Addis Abeba, der letzten des 20. Jahrhunderts, einen neuen Anfang zu machen und herauszufinden, in welchen Bereichen man sich neu engagieren wolle.

Nach den Ankündigungen trafen sich die Delegierten in den Bibelarbeitsgruppen. Die Sektionssitzungen wurden von 11.00 bis 12.30 Uhr und von 17.00 bis 18.30 Uhr abgehalten. Die Ausschüsse trafen sich von 15.00 bis 16.30 Uhr.

Forum über Wirtschaftliche Gerechtigkeit

Um 20.00 Uhr führten die Delegierten aus dem Süden ein Forum über Wirtschaftliche Gerechtigkeit durch. (Anhang 22). Das Abendgebet wurde um 21.30 Uhr in der Großkirche gehalten.


Donnerstag, 14. August 1997

Der Morgengottesdienst wurde von der Presbyterianischen Kirche in Kamerun geleitet. Die Predigt hielt Frau Elizabeth Lena Gana.

Grußwort

Nach dem Gottesdienst überbrachte Groß-Protopresbyter Dr. Georges Tsetsis Grüße und verlas eine Botschaft des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios, der seiner Dankbarkeit für den Dialog zwischen den orthodoxen und reformierten Kirchen Ausdruck gab und der Generalversammlung gutes Gelingen wünschte (Anhang 14).

Unabhängigkeit Pakistans

Die pakistanische Delegation verlas eine Erklärung, in der daran erinnert wurde, daß Pakistan am 14. August 1947 von Großbritannien unabhängig wurde. Die Christen in Pakistan würden weiterhin gegen Ungerechtigkeit kämpfen und an dem fundamentalen Grundsatz festhalten, daß alle Pakistanis Bürgerinnen und Bürger eines Staates seien.

Danach gingen die Teilnehmenden in die Bibelarbeitsgruppen. Die Sitzungen der Sektionen und Untersektionen fanden von 11.00 bis 12.30 Uhr und von 17.00 bis 18.30 Uhr statt. Die Ausschüsse trafen sich von 15.00 bis 16.30 Uhr.

Foren

Um 20.00 Uhr wurden zu folgenden Themen Forumsgespräche angeboten: Koreanische Wiedervereinigung; Kongo (Zaire); Internationale Ältesten-Vereini-gung. Ein geplantes Forum über die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft nach 1989 wurde abgesagt.

In der Agora gab es verschiedene Beiträge. Das Abendgebet wurde um 21.30 in der Großkirche gehalten.


Freitag, 15. August 1997

Der Morgengottesdienst wurde von den Delegierten aus Nordamerika geleitet. Nach den Ankündigungen trafen sich die Teilnehmenden in den Bibelarbeitsgruppen.

6. Geschäftssitzung: 10.45-12.30 Uhr

Die Geschäftssitzung wurde um 10.45 Uhr von der Präsidentin eröffnet.

Grußworte

Die Präsidentin begrüßte Pfr. Jean-Jacques Bauswein, den Herausgeber des Handbook of Reformed Churches Worldwide, der der Versammlung berichtete, daß diese Publikation, die 1998 in englischer Sprache veröffentlicht wird, die erste ihrer Art sei, in der alle reformierten Kirchen, etwa 750 an der Zahl, die in 155 Ländern existierten und arbeiteten, aufgeführt seien. Er bat die Delegierten, die Angaben auf ihre Richtigkeit zu überprüfen und eventuell vorhandene Informationen über weitere Kirchen mitzuteilen.

Pfr. Ragi Khouri (Evangelisch-Arabische Kirche von Sao Paulo, Brasilien) bat die Präsidentin, einen Zier-Dolch als Geschenk seiner Kirche anzunehmen. Er erzählte von der Arbeit seiner Kirche für Alte und Bedürftige in Sao Paulo und von den Schwierigkeiten, die er und seine verstorbene Frau in der Durchführung dieses Projektes hatten. Die Präsidentin dankte ihm für sein Geschenk und seine Beharrlichkeit.

Nominierungsausschuß

Die Präsidentin bat den Vorsitzenden des Nominierungsausschusses, Pfr. Robert Stanley Wood (Cumberland Presbyterian Church in America), den Bericht seines Ausschusses vorzutragen. Ein Ausschußmitglied, Pfr. Carlos Camps (Presbyterianisch Reformierte Kirche in Kuba), war zurückgetreten; die verbleibenden sieben Mitglieder hatten eine Liste von Kandidatinnen und Kandidaten für den Präsidenten, die Vizepräsidentin/Vizepräsidenten, die Moderatorin/Moderatoren der Abteilungen und den 25-köpfigen Exekutivausschuß vorbereitet. Es wurde vorgeschlagen, der Tradition früherer Generalversammlungen zu folgen wonach der/die scheidende Präsident/in zum Ehrenmitglied des Exekutivausschusses ernannt werde. Die Präsidentin erklärte ihre Bereitschaft, diese Position anzunehmen. Sie bat die Versammlung, diesen Bericht 3(Anhang 18) anzunehmen, der bei einer späteren Sitzung geprüft werden würde. Der Antrag, den Bericht entgegenzunehmen und dem Ausschuß zu danken, wurde durch Akklamation angenommen.

Stewards

Die Präsidentin stellte den verantwortlichen Steward, Zoltán Tarr, vor und dankte ihm und den anderen 51 Stewards, die sich so sehr eingesetzt hatten, um alle Arrangements für die Teilnehmenden der Generalversammlung so reibungslos und freundlich durchzuführen. Alle Stewards wurden nach vorne gebeten und der Versammlung einzeln vorgestellt. Danach sangen sie das Lied "Rejoice in the Lord Always and Again I Say Rejoice". Die Versammelten brachten ihren Dank und ihre Anerkennung mit starkem Beifall zum Ausdruck.

Information über die Wochenendbesuche in Ungarn und den Nachbarländern

Information über die Wochenendbesuche in Ungarn und den Nachbarländern

Pfr. Bertalan Tamás erklärte die Arrangements, die für die Wochenendbesuche bei Kirchen in Ungarn und den Nachbarländern gemacht worden waren. Er teilte auch mit, daß die Kollekte zugunsten des Emmanuel-Heimes für behinderte Kinder US$ 2.640 erbracht habe.

Vorkehrungen für die Abreise

Dr. Robert Lodwick, Koordinator der 23. Generalversammlung, stellte Herrn Douglas Chial vor und dankte ihm für seinen unverzichtbaren Beitrag zur Vorbereitung und Durchführung der Versammlung. Herr Chial erklärte sorgfältig den Plan für die Abreise und bat die Teilnehmenden, sich die Abfahrtszeiten, die außerhalb des Melderaumes aufgehängt seien, genau anzusehen.

Denkmal für die Galeerensklaven

Pfr. Bertalan Tamás erzählte von den 32 Pfarrern im 17. Jahrhundert, die 1673, zur Zeit der Gegenreformation, von einem Gericht in Bratislava dazu verurteilt wurden, als Sklaven auf Galeeren zu arbeiten. Nach großem Leiden wurden sie 1676 von dem holländischen Admiral Ruyter entlassen. Ein Denkmal neben der Großkirche erinnert an dieses Ereignis. Als Papst Johannes Paul II. 1992 Debrecen besuchte, hat er an diesem Denkmal für die gebetet, die eine solche Behandlung erleiden mußten.

Unter den Anwesenden waren Prof. Pieter Holtrop, ein direkter Nachfahre von Admiral Ruyter, und Dr. Maria Czegledy-Gaal, eine direkte Nachfahrin eines der Galeerensklaven. Die beiden führten die Versammlung in einer Prozession von der Großkirche zu dem Denkmal, wo sie zur Erinnerung einen Kranz niederlegten. Bischof Bölcskei sprach in einem Gebet die Bitte um ungebrochene Gemeinschaft mit diesen Helden aus. Diese Feier wurde mit dem Lied "O Zion Haste" und einem ungarischen Lied beendet.

7. Geschäftssitzung: 15.00-16.30 Uhr

Die Präsidentin eröffnete die Geschäftssitzung, nachdem "Jesus, where can we find you?" aus Thuma Mina gesungen wurde.

Bericht aus Sektion I: Reformierter Glaube und die Suche nach Einheit (Anhang 15)

Die Vorsitzende von Sektion I : Reformierter Glaube und die Suche nach Einheit, Dr. J. Dorcas Gordon, trug ihren Bericht vor. Dr. Gordon dankte allen, die an dem Bericht mitgearbeitet hatten, vor allem dem Leitungsteam der Untersektionen. Der Antrag, die Versammlung möge den Bericht von Sektion I entgegennehmen, wurde angenommen.

Die Empfehlungen 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 11, und 16 wurden ohne Diskussion angenommen. Nach ausführlicher Debatte und Diskussion wurden auch die Empfehlungen 4, 9, 10, 12, 14, 15, und 17 wie ursprünglich vorgestellt gebilligt.

Empfehlung 13: Hier wurde folgende Veränderung vorgeschlagen, das Wort "Erlösung" durch das Wort "Befreiung" zu ersetzen, da das Wort Erlösung sich auf Gottes Wirken durch Jesus Christus beziehe. Die Änderung wurde unterstützt und angenommen. Die Empfehlung lautet in der neuen Formulierung wie folgt: "Die Kirchen müssen unterscheiden lernen, welche Elemente ihrer Kultur zum Leiden von Menschen beitragen und welche Grundlage der Befreiung sein können." Weitere Überlegungen zum Bericht der Sektion I wurden auf die 8. Geschäftssitzung vertagt.

Grußwort

Dr. Richard Van Houten vom Reformierten Ökumenischen Rat (Reformed Ecumenical Council - REC) überbrachte Grüße seiner Organisation, die dem RWB vergleichbar, nur eben kleiner sei und aus 34 Kirchen in 22 Ländern bestehe. Er wies auf die beträchtliche Überschneidung beider Organisationen hin, da 19 der 34 Kirchen ebenfalls eine Mitgliedschaft im RWB unterhielten und drei von ihnen auch bei dieser Versammlung vertreten seien. Er erklärte, auch wenn die REC-Kirchen aus einer pietistischeren und separatistischeren Tradition kämen, habe der REC doch den Wunsch, herauszufinden, wie die Zusammenarbeit mit dem Weltbund in Bereichen gegenseitiger Interessen in einem Geist der Offenheit gestaltet werden könne.

8. Geschäftssitzung: 17.00-18.30 Uhr

Bericht aus Sektion I (Fortsetzung)

Die Empfehlung 18 wurde wie folgt verändert: "Die Generalversammlung bittet darum, daß der RWB, der der Verkündigung einen hohen Stellenwert zumißt, Reflexion und Weiterbildung in Erzählmethodik im Hinblick auf die Durchführung von Erzähl-Workshops fördert." Die Empfehlung wurde unterstützt und angenommen.

Empfehlung 19 wurde durch die Sektionsleiterin wie folgt verändert und lautet nun: "Die Generalversammlung bittet darum, daß der Weltbund seine Mitgliedskirchen auch weiterhin ermutigt, den Dialog mit Andersgläubigen anzuregen und zu vertiefen." Die Empfehlung wurde angenommen.

Der Antrag, Empfehlung 20 anzunehmen, wurde unterstützt. Hinsichtlich der Handlungsempfehlung zu diesem Thema gab es einen Änderungsvorschlag mit folgendem Zusatz: "Daß die Theologische Abteilung Konsultationen, Studien und Reflexionen in die Wege leitet, wie Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen in die Gemeinschaft einbezogen werden können und Mitgliedskirchen aufgerufen werden, ethnische und soziale Minderheitsgruppen, wie zum Beispiel Sinti und Roma sowie Dalits voll zu integrieren." Nachdem mehrere Redner davor warnten, die Betonung der Frauenfrage mit anderen Themen zu vermischen, wurde ein Antrag gestellt, der unterstützt und angenommen wurde, die ursprüngliche Empfehlung mit dem Zusatz 20a zu versehen und die vorgeschlagene Änderung Empfehlung 20b zu nennen. Empfehlung 20a wurde abgestimmt und gebilligt. Bezüglich Empfehlung 20b wurde beantragt und unterstützt, nach dem Wort "Reflexion" noch "aus pastoraler Sorge mit" einzufügen. Die Empfehlung bekam aber nach weiterer Diskussion nicht die erforderliche Mehrheit. Deshalb wurde beantragt, unterstützt und vereinbart, die Empfehlung 20b an den Ausschuß für Öffentliche Angelegenheiten zu verweisen, in dem dasselbe Thema schon verhandelt wurde.

Der Antrag, Empfehlung 21 anzunehmen, wurde unterstützt. Es gab folgenden Änderungsantrag, die Worte "dem calvinistischen Ethos folgend" zu streichen und im ersten Satz "gemäß historisch reformiertem Nachdruck" einzufügen. Ein zweiter Änderungsvorschlag wollte das Wort "widerstehen" im ersten Satz mit "weiterhin zu" ergänzt wissen. Der erste Satz der Empfehlung 21 lautet nun wie folgt: "Die Generalversammlung bittet den Weltbund, gemäß historisch reformiertem Nachdruck, weiterhin der Tendenz zu widerstehen, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen."


Samstag & Sonntag, 16.-17. August 1997

Die Teilnehmenden hatten am Wochenende Gelegenheit, Gottesdienste in reformierten Kirchen in Ungarn und den Nachbarländern zu besuchen. Für die in Debrecen Zurückgebliebenen gab es an beiden Abenden ein Programm in der Agora.


Montag, 18. August 1997

Der Morgengottesdienst wurde von Delegierten aus dem pazifischen Raum geleitet. Die Predigtmeditation hielt Frau Katalina Tahaafa, Steward aus Tonga/Australien.

9. Geschäftssitzung: 9.00-10.30 Uhr

Wegen des Arbeitsdrucks noch zu erledigender Geschäfte wurden die Bibelarbeiten gestrichen und die Geschäftssitzung um 9.00 Uhr einberufen. Die Stimmzähler/innen wurden gebeten, sich vor der nachmittäglichen Geschäftssitzung zu treffen, um die Wahlen vorzubereiten.

Bundesschluß

Es wurde angekündigt, der Schwedische Missionsbund und die Kirche Christi im Kongo wollten während der Kaffeepause um 10.15 Uhr einen Bundesschluß unterzeichnen.

Neue Gebietsausschüsse

Die Sitzung wurde fortgesetzt, um über die Anerkennung zweier neuer Gebiete zu beraten:

Lateinamerika: Pfr. Dr. Abival Pires da Silveira berichtete, daß der Exekutivausschuß eine Empfehlung ausgesprochen habe, die Vereinigung Presbyterianischer und Reformierter Kirchen in Lateinamerika (AIPRAL) anzuerkennen und bestätigte, daß auch den vorgeschlagenen Zusatzbestimmungen zugestimmt worden sei. Nun sei es an der Generalversammlung, diese Zustimmung zu bestätigen. Herr Epifanio Márquez, Exekutivsekretär von AIPRAL, sprach von der Freude, daß sich nun dreißig Jahre geduldiger Arbeit in der Familie der reformierten Kirchen in Lateinamerika erfüllten. Er wies auf die diversen Veröffentlichungen von AIPRAL hin und überreichte der Präsidentin einen handgemalten Keramikteller als Erinnerungsgeschenk von AIPRAL. Die Präsidentin nahm das Geschenk entgegen und sprach ihren Dank und ihre Genugtuung aus. Nachdem um Fragen und Kommentare gebeten worden war, wurde der unterstützte Antrag, die Empfehlung anzunehmen, der Versammlung vorgelegt, die ihn durch Akklamation billigte.

Nordost-Asien: Staatsanwalt Emilio Capulong Jr. stellte den Antrag, eine ähnliche Empfehlung des Exekutivausschusses hinsichtlich des vorgeschlagenen Nordostasiatischen Gebietsausschusses, für den die Zusatzbestimmungen ebenfalls schon vom Exekutivausschuß bestätigt worden waren, anzunehmen. Dr. Sung-Bihn Yim, Sekretär dieses regionalen Ausschusses, betrachtete diese erst zwei Jahre alte Vereinigung als Kern einer größeren regionalen Gemeinschaft und gab seiner Freude Ausdruck über ihre Aktivitäten und Visionen. Nachdem die Präsidentin um Fragen und Kommentare gebeten hatte, legte sie der Versammlung den unterstützten Antrag vor, die Empfehlung des Exekutivausschusses anzunehmen, dem durch Akklamation zugestimmt wurde.

Niederländisch-Reformierte Kirche (NGK) von Südafrika

S.E. Benjamin Masilo stellte die Empfehlung des Exekutivausschusses über das Verhältnis zwischen dem RWB und der NGK vor (Anhang 23). Der Generalsekretär umriß die Hintergründe seit 1982, als die Apartheid relevante Begründungen lieferte, in Ottawa den status confessionis zu erklären, was Folgediskussionen nach sich zog. Am 7. August 1997 entschied der Exekutivausschuß, die Suspendierung der Kirche könne aufgehoben werden, wenn die Synode der Niederländisch-Reformierten Kirche bei ihrer Sitzung 1998 der "Vorgeschlagenen Gemeinsamen Erklärung zwischen dem Reformierten Weltbund und der Niederländisch-Reformierten Kirche (NGK)" zustimme.

Ein Teilnehmer schlug vor, in dem Pastoralbrief, der an die Kirchen geschickt werden sollte, das Wort "Rasse" durch "Herkunft und Gemeinschaft" zu ersetzen. Die Präsidentin erklärte, der Text des Briefes könne nicht verändert werden, der Exekutivausschuß würde aber die Kommentare dazu berücksichtigen. Der ordnungsgemäß unterstützte Antrag von S.E. Benjamin Masilo, diese Empfehlung anzunehmen, wurde der Versammlung vorgelegt und gebilligt. Die Empfehlung wird nun der NGK zur Umsetzung übergeben.

Pfr. Freek Swanepoel, Moderator der Niederländisch-Reformierten Kirche, drückte seinen tiefen Dank für die Resolution und den Pastoralbrief aus. Der Weltbund habe die Tür geöffnet, die NGK wieder in die reformierte Familie aufzunehmen. Er sei zuversichtlich, daß die NGK 1998 die erforderliche Antwort geben werde. Er würdigte dankbar, daß der RWB dazu beigetragen habe, die Meinung der NGK über die sündhafte biblische Rechtfertigung der Apartheid zu ändern. Die NGK sei der kirchlichen Einheit innerhalb der NGK-Familie, sowie Frieden und Gerechtigkeit und einem würdevollen Leben aller Menschen in Südafrika voll verpflichtet. Ihr tiefster Wunsch sei es, daß die Kirche weiter wachse.

Der Generalsekretär sprach ein Gebet, wonach der erste Vers von "Nun danket alle Gott" gesungen wurde.

10. Geschäftssitzung: 11.00-12.30 Uhr

Bericht des Ausschusses für Grundsatzfragen (Anhang 19)

Bischof Suputhrappa Vasanthakumar (Kirche von Südindien), Leiter des Ausschusses für Grundsatzfragen, stellte die Verantwortlichen der Untersektionen vor und dankte ihnen für ihre Arbeit.

I.Von Seoul nach Debrecen:

Die Empfehlungen 1 bis 10 wurden unterstützt und gebilligt und ohne Diskussion angenommen.

II. Der Weltbund nach 1997:

  • Inklusive Gemeinschaft: Folgender Text und Empfehlung wurden der Versammlung vorgelegt:
    " 'Hier ist nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Frau, denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.' Taufe und Abendmahl sind Sakramente der Inklusivität, und unsere Kirchengemeinschaft sollte widerspiegeln, was wir mit diesen Sakramenten feiern.
    Empfehlung: Die Generalversammlung bekräftigt, daß der Weltbund als weltweite Familie der reformierten Kirchen danach streben sollte, so inklusiv wie nur möglich zu sein; er stimmt zu, daß der Weltbund die Themen der inklusiven Gemeinschaft jetzt auf die Tagesordnung setzen muß, nicht nur im Blick auf Frauen und junge Menschen, sondern auch im Blick auf Kinder, auf Menschen unterschiedlicher körperlicher und geistiger Begabung, auf Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung (heterosexuell und homosexuell) und auf Menschen, die für verschiedene Theologien eintreten."
    Dies löste heftige Diskussionen aus, die teilweise aus dem Gefühl entstanden, daß es unangemessen sei, die unterschiedlichen Kategorien von Menschen zusammenzufassen, aber zum Teil auch mit den weit auseinandergehenden Meinungen zu Fragen der sexuellen Orientierung zu tun hatten. Ein Vorschlag, die Empfehlung in getrennte Gruppen zu unterteilen, wurde nicht beantragt, da es einen anderen Antrag gab, die Sache bis zum Bericht des Ausschusses für Öffentliche Angelegenheiten zu vertagen. Dieser Antrag wurde unterstützt und angenommen.
  • Regionalisierung: Der Antrag, Empfehlung 11 anzunehmen, wurde unterstützt. Einem Änderungsantrag, den letzten Satz zu streichen, wurde durch Heben der Hände scheinbar zugestimmt. Auf Bitten, die Stimmen durch die Stimmzähler zählen zu lassen,erreichte er aber doch keine Mehrheit und scheiterte mit 187 gegen 147 Stimmen. Ein Änderungsantrag, das Wort "Kampf " durch das Wort "Arbeit " zu ersetzen, scheiterte. Der ursprüngliche Text wurde der Versammlung vorgelegt und angenommen.
    Empfehlungen 12, 13, 14 und 16 wurden ohne Diskussion angenommen.
    Eine Delegierte aus Dänemark beantragte, Empfehlung 15 zu streichen, da ihre kleine Kirche sich in keiner Weise dominiert oder marginalisiert fühlte. Dieser Antrag wurde unterstützt, scheiterte aber, so daß die ursprüngliche und ordnungsgemäß unterstützte Empfehlung angenommen wurde.
  • Jugend: Empfehlung 17 wurde ohne Diskussion angenommen. Einem Änderungsantrag, nach dem Wort "Kirchen" die Worte "ermutigt werden" einzufügen, wurde zugestimmt. Dem ursprünglichen Antrag wurde in dieser veränderten Form zugestimmt. Die Empfehlung lautet nun: "Daß das Netzwerk reformierter Jugendorganisationen gestärkt werden soll, damit junge Leute unserer Kirchen ermutigt werden, gegen die Ungerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft zusammenzuarbeiten."
    Empfehlung 18 wurde nach einer Diskussion angenommen.
    Empfehlung 19 wurde ohne Diskussion angenommen.
    Einem Änderungsantrag für Empfehlung 20, die Worte "wenn möglich" zu streichen, wurde zugestimmt. Ein Änderungsantrag, die Worte "falls die nötigen Mittel zur Verfügung stehen" hinzuzufügen, scheiterte. Die ursprüngliche Resolution wurde mit der Änderung gebilligt und lautet nun: "Daß die Stelle der Jugendkoordinatorin aufrechterhalten und mit einer Person aus dem Süden besetzt wird."
    Empfehlung 21 wurde ohne Diskussion angenommen.
    Eine Empfehlung, "Daß in den Versammlungen und Ausschüssen die traditionellen, redezentrierten Methoden zugunsten von Kommunikationsmethoden aufgegeben werden, die Sprachbarrieren überwinden helfen" wurde zurückgestellt bis die Untersektion Kommunikation in Sektion V. Finanzen im Bericht des Ausschusses für Grundsatzfragen zur Diskussion stand (siehe Empfehlung 47).
  • Stellenbesetzung und Solidarität: Empfehlung 22 wurde ohne Diskussion angenommen.
    Empfehlung 23 wurde in ihrer ursprünglichen Form angenommen (siehe auch Empfehlung 26).
    Empfehlung 24 wurde nach einer Diskussion in der ursprünglichen Form angenommen.
    Zu Empfehlung 25 gab es einen Änderungsantrag, das Wort "bestimmt " mit dem Wort "geleitet " zu ersetzen. Die Empfehlung wurde wie folgt unterstützt und angenommen: "bekräftigt, daß die künftige Stabsgröße eher von den Zukunftsvisionen des Weltbundes als von finanziellen Überlegungen geleitet sein sollte."
    Empfehlungen 26 und 23: Man war der Meinung, die Generalversammlung könne nicht die Prioritätensetzung der ohnehin schon großen Arbeitsbelastung des Stabes behandeln, weshalb diese Angelegenheit an die Leitungs- und Exekutivausschüsse verwiesen werden solle. Der Parlamentarier schlug vor, diesbezüglich eine Änderung in Empfehlung 23 wie folgt hinzuzufügen. "Daß der Leitungsausschuß in Verbindung mit dem neuen Exekutivausschuß im Hinblick auf Ressourcen und Kapazitäten des RWB über Fortschritte bei der Prioritätensetzung in der Arbeit berichtet." Dieser Änderungsantrag wurde angenommen und somit Empfehlung 23 mit diesem Zusatz angenommen.
Das Tischgebet sprach Pfr'in Maria Luiza Rückert (Vereinigte Presbyterianische Kirche von Brasilien). Die Versammlung wurde unterbrochen.

11. Geschäftssitzung: 14.00-16.30 Uhr

Nach Eröffnung der Geschäftssitzung bedankte sich Pfr. Samuel Ador bei den Mitgliedern für ihre Besuche und Gebete während seines Krankenhausaufenthaltes.

Grußwort

Der Generalsekretär verlas ein Grußwort von Canon John Peterson, dem Generalsekretär der Anglikanischen Gemeinschaft, der das reiche und vielfältige Erbe der reformierten Kirchen würdigte und vor allem ihren Sinn für Gottes Gerechtigkeit hervorhob. Durch die Zusammenarbeit würden die Hindernisse, die die beiden Kirchengemeinschaften noch trennten, nach und nach aus dem Weg geräumt werden. Für die Arbeit der Versammlung erbitte er Gottes reichen Segen. Anhang 14).

Bericht über indigene Völker

S. E. Benjamin Masilo beantragte eine Resolution des Leitungsausschusses: "Daß die Angelegenheit angesichts des Ernstes der Beziehungen unserer Kirchen zu indigenen Völkern an den Exekutivausschuß zur baldmöglichsten Beratung verwiesen werde." Die Resolution würde unterstützt und ohne Diskussion angenommen.

Bericht des Ausschusses für Grundsatzfragen (Fortsetzung)

Empfehlung 26 (Fortsetzung): Die Versammlung nahm die Beratungen über diese Empfehlung wieder auf. Die Präsidentin erklärte, mit dieser Formulierung sei gemeint, daß ausnahmslos alle Stellen im Hinblick auf Prioritätensetzung umfassend überprüft würden. Die Empfehlung wurde angenommen.

Empfehlung 27 wurde ohne Diskussion gebilligt.

Folgende Empfehlungen wurden in die Sektion V. Finanzen des Ausschußberichtes über Grundsatzfragen verwiesen:

  1. "Die Generalversammlung erinnert die Mitgliedskirchen daran, daß ihre finanziellen Beiträge fundamentale Bedingung und Konsequenz ihrer Mitgliedschaft sind" und
  2. "Die Generalversammlung weist den Exekutivausschuß an, neue und kreative Arten der Mittelbeschaffung zu erkunden, damit die wesentlichen Stellen gesichert und erhalten werden können."

Vorgeschlagene Veränderungen der RWB-Zusatzbestimmungen: Zwei solche Vorschläge, die nicht die Wahlen bei der jetzigen, aber bei künftigen Generalversammlungen betreffen sollen, wurden der Versammlung vorgelegt:

  1. Zusatzbestimmung III A: Wahlen
    Nach III A 1) b) ist ein neues 1) c) einzufügen: "Wenn zwei oder mehr Mitglieder des Exekutivausschusses aus demselben Gebiet oder derselben Region kommen, muß mindestens eine Person zur Zeit der Wahl 30 Jahre alt oder jünger sein."

  2. III A) 3):
    Zwischen "konfessioneller Ausgewogenheit" und "Geschlecht" ist das Wort "Alter" einzufügen, so daß der Satz wie folgt lautet: "Die Generalversammlung kann auf Empfehlung des Exekutivausschusses einen Nominierungsausschuß von nicht mehr als acht Personen wählen, unter Berücksichtigung geographischer, kultureller und konfessioneller Ausgewogenheit, sowie des Alters und Geschlechtes."
Beide Veränderungen wurden an den Exekutivausschuß verwiesen sowie ein Vorschlag in letzterer die Worte "sprachliche Ausgewogenheit" nach den Worten "geographische Ausgewogenheit" einzufügen.

III. Mission und Einheit:

Die sich auf Von Seoul nach Debrecen beziehende Empfehlung 28 wurde angenommen.

Empfehlung 29, die sich auf Kirchen außerhalb und innerhalb des RWB bezieht, wurde angenommen.

Die Empfehlungen 30-35 wurden ohne Diskussion angenommen.

IV. Künftige Generalversammlungen:

Empfehlung 36 wurde ohne Diskussion angenommen.

Der Antrag, die Empfehlungen 37 und 38 anzunehmen, wurde unterstützt. Fragen wurden aufgeworfen hinsichtlich der Stellung der Anglikaner und der Bedeutung des Begriffs "Umkehr der Kirchen" in Empfehlung 38. Die Anglikaner betrachteten sich selbst als katholisch und protestantisch, so wurde erklärt, und die Absicht von Empfehlung 38 sei doch gerade, von den Trennungen und Spaltungen der Vergangenheit wegzukommen und in der Zukunft Zeichen der Einheit aufzurichten. Beide Empfehlungen wurden ohne Veränderungen angenommen.

Die Diskussion über den Ausschuß für Grundsatzfragen wurde abgebrochen, als laut Tagesordnung die Wahl der Amtsträger/innen auf dem Programm stand.

Wahl der Amtsträger/innen und Mitglieder des Exekutivausschusses

Der Vorsitzende des Nominierungsausschusses, Pfr. Robert Stanley Wood (Cumberland Presbyterian Church in America) beantragte, den Bericht des Nominierungsausschusses4 entgegenzunehmen. Dieser unterstützte Antrag wurde angenommen. Er beschrieb die Voraussetzungen unter denen die Nominierungen vorgenommen wurden. Auf die Frage, warum es jeweils nur eine Nominierung für jeden Platz gäbe, erinnerte die Präsidentin die Delegierten daran, daß es beim Weltbund bisher üblich gewesen sei, die Nominierungsliste in dieser Weise vorzustellen. Weitere Nominierungen könnten dann mit Zustimmung der Nominierten vom Plenum aus gemacht werden. Besorgnis wurde geäußert, weil kaum junge Leute aufgelistet waren und es auch nur begrenzte Kontinuität zwischen dem alten und dem neuen Exekutivausschuß gab. Delegierte aus verschiedenen Gebieten bedauerten, daß aus ihrem eigenen Gebiet keine Nominierungen gemacht wurden. Die genannten Kandidatinnen und Kandidaten wurden gebeten, sich zu erheben, damit man sie erkennen könne.

Ein Vorschlag, Regel 20 der Verfahrensordnung auszusetzen, wurde zwar unterstützt, fand aber keine Mehrheit. Die Wahl wurde fortgesetzt.

Präsident

Prof. Dr. Choang-Seng Song (Presbyterianische Kirche in Taiwan) wurde einstimmig zum Präsidenten gewählt. Er dankte der Versammlung für das in ihn gesetzte Vertrauen und lud alle ein, an einer neuen Vision des RWB als einem Instrument von Gottes Versöhnung im 21. Jahrhundert mitzuwirken.

In Würdigung des neugewählten Präsidenten und seiner Vision sang Frau Chia-Chun (Annie) Tsai (Presbyterianische Kirche in Taiwan) zwei auf das Thema bezogene Lieder, die sie in englischer Sprache vortrug:
"Öffne Türen und Fenster deines Geistes und deiner Seele;
Damit wir die Zukunft sehen und das Licht des Frühlings.
Wir werden sehen, wie die Menschen sich lieben;
Wir werden den Traum erkennen."

Vizepräsidentin und Vizepräsidenten

  • Prof. Pieter Holtrop (Reformierte Kirchen in den Niederlanden) wurde an Stelle von Pfr. André Karamaga (Presbyterianische Kirche in Ruanda) nominiert. Die Nominierung wurde zurückgezogen und Pfr. André Karamaga wurde gewählt.
  • Dr. Olivia Masih White (Vereinigte Kirche Christi, USA) wurde gewählt.
  • Prof. Pieter Holtrop wurde an Stelle von Pfr. Elekosi Viliamu (Kongregationalistische Christliche Kirche in Samoa)nominiert. In geheimer Wahl wurde Prof. Holtrop gewählt.

Moderatorin und Moderatoren der Abteilungen

Es wurden einstimmig gewählt:.

  • Prof. Dr. Yong-Bock Kim (Presbyterianische Kirche von Korea) als Moderator der Theologischen Abteilung.
  • Pfr'in Elizabeth Nash (Vereinigte Reformierte Kirche im Vereinigten Königreich) als Moderatorin für die Abteilung für Zusammenarbeit und Zeugnis.
  • Dr. Herbert Ehnes (Lippische Landeskirche, Deutschland) als Moderator der Finanzabteilung.

Mitglieder

In den Fällen, in denen zusätzliche Namen an Stelle der vom Ausschuß Nominierten vorgeschlagen wurden, wurde per Stimmzettel gewählt, auf die nur der Vorname geschrieben wurde.

Pfr. Japhet Ndhlovu (Reformierte Kirche in Sambia) wurde an Stelle von Pfr. Nyansako-Ni-Nku (Presbyterianische Kirche in Kamerun) vorgeschlagen. Pfr. Nyansako-Ni-Nku wurde gewählt.

Pfr'in Muthoni Ruth Ngaari (Presbyterianische Kirche von Ostafrika) wurde an Stelle von Pfr. Philippe Kabongo-Mbaya (PresbyterianischeGemeinschaft in der Demokratischen Republik Kongo) vorgeschlagen. Pfr'in Muthoni Ruth Ngaari wurde gewählt.

Bischof Samuel Parvey (Kirche von Pakistan), Pfr. Charles Jansz (Holländisch Reformierte Kirche in Sri Lanka) und Herr Calum Miller (Kirche von Schottland) wurden an Stelle von Pfr. Lal Engzaua (Presbyterianische Kirche von Myanmar) vorgeschlagen. Pfr. Lal Engzaua wurde gewählt.

Herr Ayub Ghulam Masih (Presbyterianische Kirche von Pakistan) und Dr. Sri Wismoady Wahono (Christliche Kirche in Ostjava) wurden an Stelle von Pfr. Karel Erari (Evangelische Christliche Kirche in Irian Jaya) vorgeschlagen. Pfr. Karel Erari wurde gewählt.

Pfr. Leander Warren (Kongregationalistische Union in Guyana) wurde an Stelle von Bischof Joseph Sahadat (Presbyterianische Kirche in Grenada) vorgeschlagen. Bischof Joseph Sahadat wurde gewählt.

Frau Kathleen Richards-Mavor (Vereinigende Kirche in Australien) wurde an Stelle von Pfr. Bertalan Tamás (Reformierte Kirche in Ungarn) vorgeschlagen. Pfr. Bertalan Tamás wurde gewählt.

Frau Kathleen Richards-Mavor (Vereinigende Kirche in Australien)und Herr Calum Miller (Kirche von Schottland) wurden an Stelle von Frau Margrit Leuenberger (Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund) vorgeschlagen. Frau Leuenberger wurde gewählt.

Pfr. Elekosi Viliamu (Kongregationalistische Christliche Kirche in Samoa) und Pfr. Philippe François (Reformierte Kirche von Elsaß-Lothringen) wurden an Stelle von Frau Gunilla Gunner(Schwedischer Missionsbund) vorgeschlagen.>Frau Gunner wurde gewählt.

Herr Saul Pulido Pérez (Nationale Presbyterianische Kirche von Mexiko) und Pfr. Philippe Kabongo-Mbaya (Presbyterianische Gemeinschaft der Demokratischen Republik Kongo) wurden an Stelle von Herrn Hermenegildo Méndez García (Nationale Evangelische Presbyterianische Kirche von Guatemala) vorgeschlagen. Herr Méndez García wurde gewählt.

Dr. David Rodríguez Enríquez (Assoziierte Reformierte Presbyterianische Kirche von Mexiko) wurde an Stelle von Frau Thania Izarra de Torres (Presbyterianische Kirche von Venezuela) vorgeschlagen. Frau Izarra de Torres wurde gewählt.

Es wurde vorgeschlagen, die restlichen Nominierten gemäß ihrer Nominierung zu akzeptieren. Der Vorschlag wurde nach einer Diskussion dahingehend verändert, daß die restlichen Nominierten wie vorgeschlagen bis Pfr. Dr. Paul Haidostian einschließlich akzeptiert werden sollten. Der Antrag wurde unterstützt und angenommen und somit die vom Ausschuß Nominierten gewählt (Vgl. Anhang 18).

Frau Kathleen Richards-Mavor (Vereinigende Kirche in Australien) zog ihren Namen zurück und nominierte Pfr. Elekosi Viliamu (Kongregationalistische Christliche Kirche in Samoa) an ihrer Stelle. Dr. Viliamu wurde gewählt.

Ehrenmitglied des Exekutivausschusses

Vizepräsident Dr. Abival Pires da Silveira übernahm den Vorsitz. Bei der 21. Generalversammlung in Ottawa war beschlossen worden, den scheidenden Präsidenten als Ehrenmitglied in den Exekutivausschuß zu wählen, mit demselben Rede- und Wahlrecht>wie ordentliche Mitglieder. Der Antrag, Dr. Jane Dempsey Douglass zum Ehrenmitglied zu wählen, wurde unterstützt und angenommen. Mit großer Freude wurde festgestellt, daß der neue Exekutivausschuß aus ihrer Weisheit und Erfahrung Nutzen ziehen könne.

Außerdem wurde vorgeschlagen, Frau Kathleen Richards-Mavor und Herrn Calum Miller zu Ehrenmitgliedern als reguläre Jugenddelegierte zu ernennen. Der Parlamentarier sprach sich dagegen aus, da die Verfassung eindeutig nur 25 gewählte Mitglieder festlege.

12. Geschäftssitzung: 17.00-18.30 Uhr

Bericht des Ausschusses für Grundsatzfragen (Fortsetzung)

V. Finanzen:

Dr. Herbert Ehnes, Moderator der Finanzabteilung,machte auf den Finanzbericht in Von Seoul nach Debrecen aufmerksam. Seit 1990 seien die Ausgaben von CHF 973,236 auf CHF 2,082,451 gestiegen. In derselben Zeit seien die allgemeinen Einnahmen von CHF 800,367 auf CHF 1,265,048 gestiegen. Sonderzuwendungen hätten es möglich gemacht, zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen, die allgemeinen Einnahmen seien aber seit 1993 zurückgegangen und hätten nur 64% der Ausgaben gedeckt. Obwohl einige Kirchen ihre Beiträge in Sachspenden leisteten,hätten so gut wie die Hälfte aller Mitgliedskirchen in den letzten sechs Jahren überhaupt keinen Beitrag geleistet. Ein sehr hoher Prozentsatz der Beiträge sei von einer kleinen Zahl von Kirchen gekommen. Aus diesem Grunde sei die Situation nicht als stabil zu bezeichnen. Dr. Ehnes forderte die Delegierten auf, ihre Kirchen vor Jahresfrist um besondere Unterstützung zu bitten, da bis dahin die Erneuerung einiger Verträge von Stabsmitgliedern anstehe. Wenn der gegenwärtige Umsatz von CHF 2,000,000 erhalten werden solle, würden zusätzliche CHF 7-800,000 gebraucht.

Empfehlung 39 wurde angenommen.

Empfehlung 40 wurde angenommen. Es wurde darauf hingewiesen, daß der Haushalt auf der Grundlage aufgestellt worden sei, daß die Mittel für den Exekutivsekretär der Abteilung für Zusammenarbeit und Zeugnis, sowie für die Exekutivsekretärin von PACT und den Exekutivsekretär für Kommunikation bis 1. September 1998 verfügbar seien. Man war sich einig, daß zu diesen Fragen die Stimme des Südens gehört werden müsse.

Empfehlung 41 wurde angenommen.

Empfehlung 42 wurde angenommen. Die Generalversammlung teilte die Sorge, daß der Haushalt für die Generalversammlung gegenwärtig ein Defizit aufweise. Die Mitglieder freuten sich über die Ankündigung der Presbyterianischen Kirche in Korea (PCK), eine Spende von US$ 100,000 zur Deckung des Defizits zur Verfügung zu stellen, das gegenwärtig bei CHF 200,000 lag. Der Moderator forderte die anderen Kirchen auf, ähnliche Beiträge zu leisten.

Dr. Ehnes dankte den Mitgliedern des Finanzausschusses, vor allem Gerhard Dilschneider, Pfr. Hugh Davidson und Pfr. Dr. Edwin Mulder, wie auch der Finanzkoordinatorin, Frau Renate Herdrich, für ihre Arbeit.

Ein Mitglied fragte, ob die früheren Empfehlungen 24-26 Vorrang hätten vor dem Paragraphen, der die Stellenbesetzung in Sektion V. Finanzen behandle (Untersektion zu Finanzen nach der 23. Generalversammlung) und bekam eine positive Antwort. Letzterer Paragraph sei keine Empfehlung, sondern diene nur zur Information.

Zu Empfehlung 43 wurde folgender Zusatz unterstützt und beschlossen: "Daß die Schatzmeister der Gebietsausschüsse beratende Funktion haben und einen Monat vor den Sitzungen des Exekutivausschusses die Finanzvorschläge kommentieren." Die veränderte Empfehlung 43 wurde gebilligt.

Ein Delegierter bat um eine Auflistung der einzelnen Beiträge für CANAAC, was ihm zugesagt wurde.

Ein anderer Teilnehmer stellte die Frage, ob daran gedacht sei, die Büros des Weltbundes wegen der hohen Kosten in der Schweiz und der andauernden Härte des Schweizer Frankens an einen anderen Ort zu verlegen. Der Moderator sagte, diese Frage sei schon diskutiert worden und würde weiterhin auf der Tagesordnung bleiben. Die Wichtigkeit, in Genf in unmittelbarer Nähe des Ökumenischen Rates der Kirchen und des Lutherischen Weltbundes zu sein, müsse mit berücksichtigt bleiben.

Die Versammlung nahm eine Empfehlung auf, die von Sektion II aufgeschoben war. Der Weltbund nach 1997 (Untersektion Stellenbesetzung und Solidarität): "Die Generalversammlung erinnert die Mitgliedskirchen daran, daß ihre finanziellen Beiträge eine fundamentale Bedingung und Konsequenz ihrer Mitgliedschaft sind." Ein Delegierter schlug vor, diese Empfehlung zurückzuziehen. Dr. Ehnes lehnte dies ab, da der finanzielle Beitrag ein entscheidender Teil der Mitgliedschaft sei. Der Antrag, diese Empfehlung als Empfehlung 45 anzunehmen, wurde unterstützt und angenommen. Folgender Änderungsantrag als Zusatz zu Empfehlung 45 wurde vorgeschlagen, unterstützt, danach aber an den Exekutivausschuß verwiesen: "Die Generalversammlung erbittet von allen nichtzahlenden Mitgliedern vor dem 31. März 1998 eine schriftliche Erklärung, in der sie angeben, mit welchem Betrag sie sich verpflichten wollen und wie sie diese Verpflichtung einzuhalten gedenken. Wenn bis zu diesem Datum nichts vorliegt, wird das Mitglied suspendiert. Die Suspendierung wird aufgehoben, wenn die Verpflichtung eingelöst wird."

13. Geschäftssitzung: 20.00-21.30 Uhr

Die Präsidentin eröffnete die Sitzung und bat um Zurückhaltung in der Diskussion, damit die Pflichtgeschäfte der Versammlung zu Ende geführt werden könnten. Die Präsidentin machte einen Vorschlag, wie die verbleibende Zeit für die noch zu erledigenden Themen aufgeteilt werden könnte.

Pfr'in Christiane Nolting schlug vor, ab sofort nur noch einen zustimmenden und einen ablehnenden Redebeitrag für jede Empfehlung zuzulassen. Die Resolution wurde unterstützt und angenommen.

Bericht des Ausschusses für Grundsatzfragen (Fortsetzung)

Empfehlung 44 wurde zur Abstimmung vorgelegt und angenommen.

Kommunikation: Die Delegierten wurden daran erinnert, daß eine Empfehlung aus Sektion II zurückgestellt worden war. Der Weltbund nach 1997 (Untersektion über Jugend): "Daß in den Versammlungen und Ausschüssen die traditionellen, redezentrierten Methoden zugunsten von Kommunikationsmethoden aufgegeben werden, die Sprachbarrieren überwinden helfen." Ein Änderungsvorschlag, das Wort "aufgegeben" durch das Wort "ergänzt" zu ersetzen wurde unterstützt und angenommen. Der revidierte Text (Empfehlung 47), der vorgeschlagen, unterstützt und angenommen wurde, lautet nun: "Daß die traditionellen redezentrierten Methoden in den Versammlungen und Ausschüssen durch Kommunikationsmethoden ergänzt werden, die Sprachbarrieren überwinden helfen."

Die Delegierten wurden auch an eine andere Empfehlung aus Sektion II. Der Weltbund nach 1997, erinnert, die zurückgestellt worden war (Untersektion zu Stellenbesetzung und Solidarität): "Die Generalversammlung erteilt dem Exekutivausschuß den Auftrag, nach neuen und kreativen Wegen der Mittelbeschaffung zu suchen, um erforderliche Stabsstellen erhalten und sichern zu können." Da diese Empfehlung bereits in Empfehlung 46 enthalten ist, wurde sie gestrichen. Empfehlung 46 wurde ohne weitere Diskussion gebilligt.

Bericht des Ausschusses für die Botschaft

Der Bericht des für die Botschaft verantwortlichen Ausschusses wurde zusammen mit der Botschaft und der Erklärung von Debrecen vom Leiter des Ausschusses, Pfr. José Manuel Leite, (Evangelische Presbyterianische Kirche von Portugal) verlesen. Dazu gab es einige Kommentare, vor allem den Vorschlag, den Jesaja-Text in die Botschaft mit aufzunehmen, damit sie enger mit dem Versammlungsthema verbunden sei. Einige Redner wünschten, am Anfang solle auf Gnade, Gottesdienst, Rechtfertigung und Feier hingewiesen werden. Es wurde vereinbart, alle weiteren Kommentare unverzüglich an den Leiter des Ausschusses weiterzugeben, damit sie für die endgültige Version berücksichtigt werden könnten.

Bericht der Sektion II: Gerechtigkeit für die ganze Schöpfung (Anhang 16)

Dr. Yong-Bock Kim (Presbyterianische Kirche von Korea), Leiter der Sektion II, bat die Versammlung, den Bericht zur Aussprache entgegenzunehmen, auch wenn er die geforderte Länge von 3.000 Wörtern überschritten habe. Dem wurde zugestimmt. Dr. Kim dankte allen, die an der Formulierung des Berichtes mitgearbeitet hatten.

Dr. Phyllis Airhart (Vereinigte Kirche von Kanada) trug einige ausgewählte und wesentliche Teile des Berichtes vor. Der Antrag, die wichtigsten Teile des Berichtes (Einführung, Biblische Perspektiven und Themenanalysen, Schluß) entgegenzunehmen, wurde unterstützt und gebilligt. Dies galt in gleicher Weise für die Entgegennahme des Kapitels "Aufruf zu einem processus confessionis".

Dem Vorschlag, einen Hinweis auf Multikulturalität und Gerechtigkeit abzuändern, wurde von der Präsidentin nicht stattgegeben, da der Antrag nur die Entgegennahme und nicht die Annahme oder Bearbeitung des Berichtes beinhaltete.

Staatsanwalt Emilio Capulong (Vereinigte Kirche Christi in den Philippinen) fragte, ob es nicht angemessen sei, den Bericht des Forums über Wirtschaftliche Gerechtigkeit in den Bericht über Sektion II aufzunehmen. Hierzu wurde geäußert, es sei nicht möglich, den Text des Berichtes zu verändern, außerdem würden auch die Ergebnisse des Forums ein integrales Ganzes bilden.

Ein Vorschlag, Empfehlung 1 grundlegend abzuändern, wurde nicht zugelassen, da der Text nicht schriftlich vorlag. Empfehlungen 1 und 2 wurden unterstützt und ohne weitere Diskussion angenommen.

Der Antrag, die Sitzung zu unterbrechen, wurde unterstützt und angenommen und die Aussprache über den Bericht der Sektion II auf die folgende Sitzung verschoben.

Im Anschluß an die Geschäftssitzung wurde die erste Sitzung des neugewählten Exekutivausschusses gehalten.


Dienstag, 19. August 1997

Der Morgengottesdienst wurden von Teilnehmenden aus Europa geleitet. Pfr'in Elizabeth Kuyk (Reformierte Kirchen in den Niederlanden) und Frau Jana Buzková (Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder) hielten zwei Kurzpredigten. Die Verantwortlichen des Gottesdienstausschusses dankten allen, die die Gottesdienste vorbereiten halfen, vor allem den Dolmetscherinnen und Dolmetschern und den Mitgliedern der ungarischen Kirchen.

14. Geschäftssitzung: 9.00-10.30 Uhr

Die Präsidentin eröffnete die Sitzung um 9.05 Uhr.

Bericht der Sektion II: Gerechtigkeit für die ganze Schöpfung (Fortsetzung)

Die Aussprache zu den Empfehlungen 3, 4 und 5 wurde aufgenommen. Der Leiter verwies auf die Tatsache, daß der letzte Abschnitt der in Empfehlung 3 vorgeschlagenen Affirmation in Beziehung stünde zur Diskussion von Evangelium und Kulturen im Bericht von Sektion I. Empfehlungen 3, 4 und 5 wurden ohne weitere Diskussion angenommen.

Der Antrag, Empfehlungen 6 und 7 anzunehmen, wurde unterstützt. Ein Änderungsantrag, in der ersten Zeile der Empfehlung 6 das Wort "Konflikt" mit dem Wort "Identität" zu ersetzen, wurde unterstützt, fand aber keine Mehrheit, so daß Empfehlungen 6 und 7 in ihrer ursprünglichen Form angenommen wurden.

Der ordnungsgemäß unterstützte Antrag von Dr. Yong-Bock Kim, den gesamten Bericht entgegenzunehmen, wurde gebilligt.

Forum über Wirtschaftliche Gerechtigkeit (Anhang 22)

Bezüglich des Berichtes über das von den Delegierten des Südens veranstaltete Forum über Wirtschaftliche Gerechtigkeit wurde entsprechendes Handeln gefordert. Zweifel wurden geäußert, ob es sinnvoll sei, einem processus confessionis zuzustimmen, ohne genau zu wissen, welche Auswirkungen dies haben könne. Es wurde jedoch erklärt, daß die Forumsvorschläge mit dem Geist der von Sektion II gemachten Empfehlungen übereinstimmten. Der Antrag, den Forumsbericht entgegenzunehmen, wurde unterstützt und gebilligt.

Bericht der Sektion III: Partnerschaft in Gottes Mission (Anhang 17)

Die Ko-Leiterin Dr. Lucy Kao (Presbyterianische Kirche in Taiwan) beantragte, die Versammlung möge den Bericht entgegennehmen und die Empfehlungen von Sektion III zur Kenntnis nehmen, was ordnungsgemäß geschah. Danach verlas Dr. Kao den Bericht, wonach ihr Ko-Leiter, Dr. Peter Bukowski (Reformierter Bund, Deutschland) in die Empfehlungen einführte, die drei Bereiche umfaßten:

Empfehlungen, die die RWB-Strukturen betreffen:

Empfehlungen 1 bis 4 wurden vorgeschlagen und unterstützt. Eine Aussprache folgte.

Ein Änderungsantrag, Empfehlung 2 folgendes hinzuzufügen "... und weist den Exekutivausschuß an, die nötigen Änderungen in den Zusatzbestimmungen vorzunehmen, um diese Ausgewogenheit zu garantieren" wurde unterstützt und angenommen. Die veränderte Empfehlung wurde angenommen.

Zu Empfehlung 1 wurde folgende Änderung vorgeschlagen und unterstützt, die Worte "...oder wenn nicht genügend Mittel vorhanden sind, durch den Partnerschaftsfonds" anzufügen. Auf eine Frage, was dies im Blick auf die am Vortag angenommenen Resolutionen hinsichtlich der Überprüfung aller Positionen bedeute, erklärte der Generalsekretär, es sei noch nicht möglich gewesen, die Finanzierung über 1998 hinaus zu sichern. Es sei der eindeutige Wunsch der Versammlung, PACT auf dieselbe Basis wie die anderen Abteilungen zu stellen, aber zur Zeit fehlten dem Weltbund CHF 300,000 in seinem ordentlichen Haushalt. Der Änderungsantrag fand keine Mehrheit.

Empfehlung 4 betreffend wurde betont, inklusive Sprache sollte wirklich alle miteinschließen und deshalb darauf geachtet werden, Frauen und Jugend nicht immer getrennt zu behandeln.

Dr. Bukowski betonte, die Empfehlung, das PACT-Programm in eine Abteilung umzuwandeln, sei eine Grundsatzerklärung und habe nichts mit der Sicherstellung der Finanzen zu tun. Sowohl der Moderator der Finanzabteilung wie auch der Parlamentarier hatten erklärt, daß die Generalversammlung rechtmäßig beschließen könne, das PACT-Programm in eine Abteilung umzuwandeln. Die Umsetzung dieser Entscheidung müsse vom Exekutivausschuß vorgenommen werden. Besorgnis, welche Konsequenzen die Umwandlung von PACT in eine Abteilung haben könnte, wurden geäußert. Die Präsidentin wurde an die Entscheidung vom Vortag erinnert, die Aussprache zu begrenzen.

Empfehlungen 1, 3, und 4 wurden angenommen.

Empfehlungen bezüglich RWB-Programmen und der Arbeit von PACT:

In Empfehlung 7 wurde vorgeschlagen, Fernkurse miteinzuschließen, um auch Familienfrauen ein Studium zuhause zu ermöglichen.

Empfehlungen 5-8 wurden ohne weitere Aussprache angenommen. Die Versammlung wurde unterbrochen.

15. Geschäftssitzung: 10.50-12.30 Uhr

Die Präsidentin eröffnete die Sitzung um 10.50 Uhr.

Botschaft der Jugenddelegierten und Stewards (Anhang 24)

Die Jugenddelegierten und Stewards trugen der Generalversammlung eine Botschaft vor, in der sie ihrer Enttäuschung Ausdruck gaben, daß keine einzige junge Person unter 30 Jahren in den neuen Exekutivausschuß gewählt worden sei. Sie legten eine Petition vor, in der sie forderten, zwei Jugendberater zusätzlich in den Exekutivausschuß aufzunehmen, von denen einer mit den Amtsträgern arbeiten sollte. Außerdem wurde gebeten, eventuelle Vakanzen im neu eingesetzten Exekutivausschuß in der kommenden Zeit mit jungen Leuten zu füllen. Die Petition wurde am Eingang der Kirche ausgelegt, damit die Delegierten sie unterschreiben konnten. Dem Verlesen der Botschaft folgte eine Zeit der stillen Besinnung.

Ein Mitglied meinte, die Versammlung solle in einem Gebet ihr Bedauern vor Gott ausdrücken, die Hoffnungen der anwesenden jungen Menschen nicht erfüllt zu haben. Der Generalsekretär bedauerte Formfehler, die bei der Nominierung und Wahl des Exekutivausschusses gemacht worden seien. Worum gebeten worden sei, lasse sich mit der Verfahrensordnung vereinbaren, und der Exekutivausschuß werden sein Bestes tun, sich danach zu richten.

Volle Kirchengemeinschaft

Pfr. Paul Sherry (Vereinigte Kirche Christi, USA) teilte zusammen mit Pfr. Dr. Clifton Kirkpatrick (Presbyterianische Kirche USA) und Dr. Wesley Granberg-Michaelson (Reformierte Kirche in Amerika) der Generalversammlung die freudige Nachricht mit, daß nach Verhandlungen, die sich 32 Jahre hingezogen hatten, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika am Vortag die volle Kirchengemeinschaft der vier Kirchen bestätigt habe. Sie dankten für Gottes Güte und die nun verwirklichte volle Gemeinschaft.

Bericht von Sektion III: Partnerschaft in Gottes Mission (Fortsetzung)

Empfehlungen bezüglich der Mitgliedskirchen und der Arbeit von PACT (Fortsetzung)

Empfehlungen 9a, 9b und 10 wurden unterstützt. Ein Mitglied bedauerte, daß in Empfehlung 10 das Wort "koinonia" als "Partnerschaft" übersetzt worden war. Koinonia umfasse aber nicht nur Frauen und Männer, sondern auch Jugendliche und Kinder. Er schlug deshalb den Änderungsantrag vor, die Worte "Jugendliche und Kinder" in den vorhandenen Text einzufügen. Dies wurde unterstützt. Der Ko-Leiter bedauerte, daß der Ausschuß die Änderung nicht annehmen könne, da es die Absicht der Sektion gewesen sei, eine Zielrichtung vorzugeben, innerhalb derer andere Partnerschaften betrachtet werden könnten. Der Änderungsantrag fand keine Mehrheit.

Frau Joy Michael (Kirche von Nordindien) beantragte, Empfehlung 9b so zu ändern, daß die Worte nach "Führungspositionen" in Zeile 3 durch "...durch Weiterbildungsmöglichkeiten, damit sie, je nach Eignung, für Leitungsaufgaben zugerüstet und ermächtigt werden" ersetzt werden. Der Änderungsantrag wurde unterstützt und angenommen. Der Ausschuß erklärte, er habe keine Einwände dagegen. Der revidierte Text, der unterstützt und angenommen wurde, lautet: "Daß alle RWB-Mitgliedskirchen gewährleisten, daß Frauen bei Ernennungen und Einstellungen gleich zu behandeln sind und in allen kirchlichen Stellungen für gleiche Arbeit gleichen Lohn erhalten. Wir bitten dringend, daß PACT durch Weiterbildungsmöglichkeiten sein Netzwerk von Frauen in Führungspositionen ausbaut, um geeignete Frauen für die Besetzung von Stellen vorschlagen zu können."

Empfehlungen 9a und 10 wurden ohne weitere Aussprache angenommen

Der Ko-Leiter dankte der Versammlung für die positive Aufnahme ihrer Vorschläge. Er meinte, der RWB könne stolz sein, die erste größere Kirchenfamilie zu sein, die die Gleichheit von Frauen und Gottes Freude an ihrem Dienst bekräftigt.

Bericht des Ausschusses für Öffentliche Angelegenheiten (Anhang 20)

Pfr. Joseph Pattiasina (Protestantische Kirche in den Molukken, Indonesien), Leiter des Ausschusses für Öffentliche Angelegenheiten, kam mit anderen Ausschußmitgliedern zum Podium. Dr. Pattiasina beantragte, den Bericht entgegenzunehmen und die Empfehlungen zu berücksichtigen.

Ein indonesischer Delegierter lehnte einen Abschnitt über Ost-Timor ab und bat darum, daß vor der Versammlung ein Bericht über die dortige Situation gegeben werde. Es wurde beantragt, die Debatte zu schließen, was unterstützt und angenommen wurde.

Es wurde vereinbart, den Bericht entgegenzunehmen, damit er zusammen mit den Empfehlungen diskutiert werden könne.

Der Bericht wurde von Dr. Olivia White (Vereinigte Kirche Christi, USA) verlesen, die die sieben Überschriften des Berichtes zusammenfaßte. Es wurde beantragt und unterstützt, die Empfehlungen 1 und 2a-f, die "Menschenrechte" betreffend, anzunehmen.

Ost-Timor: In einer weiteren Aussprache wurde überlegt, wie mit dem folgenden Abschnitt umzugehen sei: "Die Menschen in Ost-Timor, deren Land von Indonesien besetzt wurde, suchen für ihr Recht auf Unabhängigkeit internationale Unterstützung und Anerkennung." Es wurde gefragt, ob eine Änderung des Textes nach einer Erklärung der Lage in Ost-Timor erwogen werden könnte, oder ob die Änderung des Wortes "solche" in "diese" in der ersten Zeile von Empfehlung 1 hilfreich sei. Schließlich wurde vorgeschlagen und unterstützt, die Angelegenheit an den Exekutivausschuß zu verweisen. Eine Stimmenzählung ergab 140 Mitglieder für und 108 gegen die Weiterleitung, so daß die Angelegenheit an den Exekutivausschuß verwiesen wurde.

Dr. Pieter Holtrop (Reformierte Kirchen in den Niederlanden) beantragte, eine Bemerkung ins Protokoll aufzunehmen, daß die indonesische Delegation die oben genannte Formulierung zu Ost-Timor abgelehnt habe.

Staatsanwalt Emilio Capulong (Vereinigte Kirche in den Philippinen) gab seiner Sorge Ausdruck, daß die im Laufe der Aussprache gemachten Bemerkungen eine Kritik der Vorgehensweise des mit dieser Sache beauftragten Ausschusses zu beinhalten schien. Er wies solche Implikationen entschieden zurück.

Ein Antrag, die Debatte zu schließen, wurde angenommen. Dr. Pieter Holtrops Antrag wurde angenommen.

Ungarische Minderheiten: Eine Vertreterin aus Rumänien ergriff zu diesem Abschnitt das Wort und verwies auf die Tatsache, daß in der Empfehlung nicht erwähnt werde, daß ungarische Minderheiten, vor allem in der Slowakei, bei der Verwendung ihrer Muttersprache mit Restriktionen rechnen müßten. Sie bat den Exekutivausschuß, sich dieser Sache anzunehmen. Die Präsidentin erwiderte, man wolle bei Tisch überlegen, wie mit dieser Angelegenheit umzugehen sei.

Diverse Ankündigungen über die Rückgabe der Kopfhörer und die Abreiseformalitäten usw. wurden gemacht. Die Generalversammlung wurde um 12.00 Uhr unterbrochen.

16. Geschäftssitzung: 14.15-15.45 Uhr

Die Präsidentin eröffnete die Sitzung um 14.15 Uhr.

Bericht des Ausschusses für Öffentliche Angelegenheiten (Fortsetzung)

Atomare Risiken: Ein Delegierter aus Tahiti vertrat die Meinung, daß verschiedene Punkte zu diesem Abschnitt hinzugefügt werden müßten. In seiner jetzigen Formulierung würden die Bedürfnisse der Menschen auf den pazifischen Inseln vernachlässigt. Die Präsidentin wies darauf hin, daß der Text nicht verändert werden könne, daß aber eine diesbezügliche Anmerkung hinzugefügt werden könne, wenn die Meinung bestünde, der Text sei beleidigend oder unzureichend.

Indische Dalits: Frau Joy Michael war der Ansicht, der Text dieses Abschnitts bedürfe einer Klarstellung. Die Dalits würden 25 Prozent der indischen Bevölkerung ausmachen. 10 Prozent der Dalits seien Christen. Der gegenwärtige Präsident Indiens sei ein Dalit. Der indische Kongreß habe sich gegen eine unfaire Behandlung der Dalits ausgesprochen, weshalb sie sich in diesem Zusammenhang gegen die Verwendung des Begriffs "nachteilig" wende.

II. Umweltkrise und Klimawandel - Jetzt handeln

Empfehlungen 3 und 4 wurden ohne Diskussion angenommen.

III. Die Herausforderung durch die HIV/AIDS Krise

Empfehlungen 5, 6 und 7 wurden ohne Diskussion angenommen.

IV. Frieden und Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel

Empfehlungen 8-15 wurden ohne Diskussion angenommen.

V. Afrika - Die Region der Großen Seen

Empfehlungen 16, 17 und 18 (an die Kirchen) wurden ohne Diskussion angenommen.

Empfehlungen 19-24 (an den RWB) wurden unterstützt. Ein Delegierter vertrat die Ansicht, es sei wohl übersehen worden, eine Empfehlung auszusprechen, der RWB solle (wie in Empfehlung 26 vorgeschlagen) einen Besuch bei den Kirchen und lokalen Autoritäten in Ruanda usw. planen, um den demokratischen Prozeß, vor allem hinsichtlich der Menschenrechte, zu verdeutlichen.

Ein Änderungsantrag zu Empfehlung 19, nach "RWB" die Worte "wo möglich in Zusammenarbeit mit christlichen Gemeinschaften und anderen Organisationen" einzufügen, der vom Berichterstatter begrüßt wurde, fand Unterstützung und wurde angenommen. Empfehlung 19 lautet nun: "Der RWB solle möglichst in Zusammenarbeit mit christlichen Gemeinschaften und anderen Organisationen für Vertriebene und Flüchtlinge, die unter Hunger, Krankheiten und Katastrophen leiden, die im Kontext eines bewaffneten Konflikts ihr Leben vernichten, Nothilfe organisieren."

Empfehlungen 19-24 wurden danach ohne weitere Diskussion angenommen.

VI. Äquatorial-Guinea

Empfehlungen 25-30 wurden unterstützt. Staatsanwalt Emilio Capulong (Vereinigte Kirche in den Philippinen) wies darauf hin, daß der RWB legal nicht das Recht habe zur Überwachung von Wahlen in irgendeinem Land, weshalb er den Änderungsantrag stellte, in Empfehlung 25 die Worte "sich zu beteiligen" durch die Worte "beobachten" zu ersetzen. Der Berichterstatter nahm diesen freundlichen Änderungsantrag an. Er wurde unterstützt, angenommen und lautet nun: "Daß die Generalversammlung die neue, von der Regierung Äquatorial-Guineas angekündigte Öffnung willkommen heißt, um in Zukunft gerechtere Wahlen zu ermöglichen, und Diskussionen mit der Regierung aufnimmt, damit Mitglieder von RWB-Mitgliedskirchen, zusätzlich zu UN, EU und OAU, die Überwachung der für Ende 1998 geplanten Parlamentswahlen beobachten können."

Empfehlungen 25-30 wurden danach ohne weitere Diskussion angenommen.

VII. Aktuelle Fragen

Überschwemmungen in Mitteleuropa: Empfehlung 31 wurde angenommen. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Kollekte des Abendmahlsgottesdienstes für die Opfer der Flutkatastrophe in den betroffenen Gebieten bestimmt sei.

Krieg in Liberia: Empfehlungen 32, 33 und 34 wurden unterstützt. Ein Änderungsantrag, Empfehlung 32 mit folgenden Worten zu beginnen, "In Anerkennung der Tatsache, daß der Krieg in Liberia offiziell zu Ende ist und Wahlen abgehalten wurden" wurde unterstützt und angenommen. Die Empfehlung lautet nun wie folgt: "In Anerkennung der Tatsache, daß der Krieg in Liberia offiziell zu Ende ist und Wahlen abgehalten wurden, ruft der RWB seine Mitgliedskirchen auf, Programme zur Wiedereingliederung von Kriegsopfern, vor allem von Frauen und Kindern, aufzustellen; Nothilfe für zurückkehrende Flüchtlinge, vor allem Frauen und Kinder, zu leisten und die vom Krieg zerstörten Kirchen wieder aufzubauen."

Ein liberianischer Vertreter dankte für den hilfreichen Besuch des RWB in Liberia.

Ein nigerianischer Vertreter, der festgestellt hatte, daß es im Haushalt keinen Posten für humanitäre Hilfe gab, fragte, wo Mittel für diese Zwecke gefunden werden könnten. Der Generalsekretär erklärte, solche Mittel seien über den Partnerschaftsfonds erhältlich.

Empfehlungen 32, 33 und 34 wurden daraufhin angenommen.

Bericht des Botschaftsausschusses (Anhang 21)

Die Versammlung wandte sich erneut dem revidierten Botschaftstext zu, der Änderungen oder Zusätze in italics gedruckt hatte und zu löschende Abschnitte in eckigen Klammern.

Einige Vorschläge wurden eingereicht und vom Ausschuß notiert. Es wurde zugestimmt, in Zeile 2 des vierten Abschnittes der Erklärung von Debrecen nach "männlich und weiblich" noch "jung oder alt " einzufügen und im sechsten Abschnitt desselben Dokuments vor dem Wort "Lebensstil " das Wort "einfachen" wieder einzufügen. Ein Antrag, die Debatte zu schließen, wurde unterstützt und angenommen. Der vierte Abschnitt beginnt nun: "Wir gehören nicht uns selbst. Wir wissen, daß wir in Jesus Christus teuer erkauft sind. Wir wollen niemanden von oben herab behandeln, ausschließen, noch die Gaben irgendeiner Person, sei sie männlich oder weiblich, jung oder alt, ignorieren." Der sechste Abschnitt lautet nun: "Wir gehören nicht uns selbst. Wir sind dazu berufen, uns zu einer neuen Gemeinschaft im Geiste Gottes verwandeln zu lassen. Wir verpflichten uns zu einem einfachen Lebensstil, der Zeugnis ablegt über Gottes ordnendes Eingreifen im Haushalt des Lebens."

Der Antrag, die Botschaft anzunehmen wurde unterstützt.

Ein Teilnehmer stellte fest, in der ersten Version sei Gerechtigkeit mit Glauben gleichgesetzt worden, während die zweite Version nun zu sagen scheine, im Glauben vereint zu sein, sei gleichbedeutend mit gemeinsame moralische Aufgaben zu finden. Er fühle ein Unbehagen bei der eingeschlagenen Richtung und wolle beantragen, daß der letzte Satz in Abschnitt acht der Botschaft wie folgt verändert werden solle: "Wenn die Pläne weiterverfolgt werden, uns anläßlich der Jahrtausendwende zu einem universalen Konzil zu verpflichten, sollte der Beziehung zwischen unserem Verständnis von Glauben, von Gottes Gnade in Jesus Christus und von einem gottgefälligen Leben im Haushalt Gottes ein hoher Stellenwert eingeräumt werden." Dieser Antrag wurde unterstützt, von den Berichterstattern gutgeheißen und angenommen.

Ein anderer Teilnehmer meinte, in der Botschaft würde eine Formulierung fehlen, in der zum Ausdruck kommt, daß wir mehr auf die Macht des Wortes Gottes vertrauen, als auf unseren eigenen Glauben. Die Berichterstatter stimmten zu, in den entsprechenden Satz (Seite 1, Abschnitt 2, Zeile 6) nach "Wir erwidern" die Worte "Gottes Wort" einzufügen, so daß der Satz nun wie folgt lautet: "Wir erwidern Gottes Wort, indem wir Gottes Gnadenbund bezeugen, der uns befreit und freudig bereit macht, unsere Rolle in Gottes Lebenshaushalt zu übernehmen."

Der Antrag, die Debatte zu schließen, wurde unterstützt und gebilligt. Die Botschaft wurde verabschiedet und dem Botschaftsausschuß herzlich für seine Arbeit gedankt.

Empfehlung der australischen Delegierten

Australische Delegierte empfahlen eine Überprüfung der Vorgehensweise für Nominierungen zum Exekutivausschuß, wie sie in der Verfahrensordnung, Nr. 20, und in den Zusatzbestimmungen III.1.d. dargelegt sind. Diese Empfehlung wurde unterstützt und an den Exekutivausschuß zur weiteren Beratung verwiesen.

Empfehlung des neugewählten Präsidenten hinsichtlich der Beteiligung der Jugend

Der neugewählte Präsident, Dr. C.S. Song, beantragte "die Beteiligung der Jugend an den Entscheidungsprozessen und die Moderation von PACT an den Exekutivausschuß zur Beschlußfassung in naher Zukunft zu verweisen". Diese Resolution wurde unterstützt und angenommen.

Nächste Generalversammlung: Einladung von der indonesischen Delegation

Im Auftrag der 28 indonesischen Mitgliedskirchen wurde die Einladung ausgesprochen, die 24. Generalversammlung in einem eintausend Teilnehmende fassenden Konferenzzentrum in Nordsumatra abzuhalten, 40 km vom Internationalen Flughafen Medan und eine Stunde von Singapur entfernt. Die Präsidentin dankte herzlich für diese großzügige Einladung. Auf die Frage eines Delegierten hinsichtlich der vorgeschlagenen gemeinsamen Vollversammlung von ÖRK, LWB und RWB erklärte die Präsidentin, dieser Faktor müsse noch weiter erforscht werden. Nach einem nochmaligen Dank für diese Einladung der indonesischen Kirchen überreichte die indonesische Delegation der Präsidentin und dem Generalsekretär Geschenke.

Worte des Dankes (Anhang 25)

Pfr. Hugh Davidson dankte allen, die an den Vorbereitungen und der gelungenen Durchführung der Generalversammlung beteiligt waren. Er hob die Präsidentin hervor, die mit Autorität, Geduld, Charme und ständigem gutem Humor leitete, nachdem sie dieses Amt unter schwierigen Umständen übernommen hatte. Im Namen des Weltbundes wurde ihr ein Geschenk überreicht, das sie freundlich entgegennahm.

Der Generalsekretär bat die beiden Vizepräsidenten, S. E. Benjamin Masilo und Pfr. Dr. Abival Pires da Silveira, nach vorne zu treten. Er lobte ihren hervorragenden Dienst in kirchlichen und öffentlichen Angelegenheiten und überreichte jedem ein Geschenk. Vizepräsident Masilo betonte für sich und Dr. Pires da Silveira, welche Freude es ihnen beiden bereitet habe, dem Exekutivausschuß anzugehören, und wie sehr sie ihren Abschied nun bedauerten. Die Erinnerungen an die Liebe und Freundschaft der Präsidentin und der übrigen Mitglieder des Exekutivausschusses seien ein kostbares Gut. Sie stünden auch weiterhin für den Dienst im Namen des Weltbundes zur Verfügung. Vizepräsident Masilo lobte die Arbeit, die der Weltbund im Zusammenhang mit afrikanischen Angelegenheiten geleistet habe und forderte die Kirchen Afrikas auf, mehr Unterstützung anzubieten.

Die Präsidentin sagte, sie sei gebeten worden, mitzuteilen, daß die scheidenden Mitglieder des letzten Exekutivausschusses dem Weltbund für künftige Aufgaben zur Verfügung stünden.

Die Dankesworte wurden angenommen.

Bericht des Ausschusses für Öffentliche Angelegenheiten (Fortsetzung)

Angesichts der mangelnden Zeit wurde beantragt und unterstützt, die unerledigten Tagesordnungspunkte zur weiteren Bearbeitung an den Exekutivausschuß zu verweisen. Die kenianische Delegation bat, den Abschnitt über Kenia aus diesem Antrag herauszunehmen. Des weiteren wurde die Bitte geäußert, die Zahlen in dem Bericht über die indischen Dalits klarzustellen. Außerdem wurde gebeten, der Exekutivausschuß möge sich mit der Frage der ungarischen Sprache in Minderheitsgebieten befassen. Der Antrag, die Debatte zu schließen, wurde unterstützt und angenommen. Des weiteren wurde beantragt, unterstützt und vereinbart, alle anderen offenen Fragen, außer denen über Kenia, an den Exekutivausschuß zu verweisen.

Kenia: Herr Joseph Kigen (Reformierte Kirche von Ostafrika), der für die kenianischen Delegierten sprach, bat in deren Namen, die Angelegenheit zu suspendieren, bis die Kenianer selbst den Wunsch äußerten, die sie betreffenden Fragen zu diskutieren. Daraufhin wurde vereinbart, den folgenden Text und die Empfehlungen auf unbestimmte Zeit zu vertagen:

"Die Presbyterianische Kirche von Ostafrika lenkte kürzlich die Aufmerksamkeit des RWB auf die Situation in Kenia, wo trotz eines Mehrparteiensystems die autokratische Herrschaft des Präsidenten und repressive Gesetze wie Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren, Versammlungsverbot und Ausnahmezustand weiterbestehen. Der Nationale Kirchenrat von Kenia hat zusammen mit muslimischen Gemeinschaften und verschiedenen weltlichen und religiösen Gruppen Druck auf die Regierung ausgeübt, damit die Verhandlungen mit dem Ziel politischer Reformen und der Bekräftigung der Menschenrechte wieder aufgenommen werden. Trotzdem ist es kürzlich zu einer Eskalation der Gewalt mit einem Generalstreik, dem Tod zweier Polizisten und der beinahe tödlich ausgehenden Mißhandlung eines Pfarrers der Presbyterianischen Kirche von Ostafrika gekommen."

Empfehlungen

Der Ausschuß für Öffentliche Angelegenheiten empfiehlt, daß der Exekutivausschuß des RWB:

  1. einen Brief an Präsident Moi richtet, in dem Besorgnis über die kürzlichen Vorfälle in Kenia ausgedrückt und er aufgefordert wird, einen Dialog mit den entsprechenden Parteien aufzunehmen, der in eine Verfassungsänderung mündet.
  2. einen Brief der Unterstützung an die Presbyterianische Kirche von Ostafrika richtet, der sie in ihrem Kampf für eine gerechte Gesellschaft ermutigt.
  3. nach Möglichkeiten sucht, wie Mitglieder der Presbyterianischen Kirche von Ostafrika in Zusammenarbeit mit anderen ökumenischen Einrichtungen in Fragen zivilen Rechts und ziviler Verantwortung weitergebildet werden können."

Übergabe von Geschenken der indischen Delegation

Die Präsidentin, der neugewählte Präsident und der Generalsekretär erhielten je ein Geschenk von der indischen Delegation, die damit ihre Dankbarkeit zum Ausdruck brachte. Danach wurde die Versammlung unterbrochen.

Feierlicher Bundesschluß und Einführung

Um 16.15 Uhr versammelten sich die Delegierten der Generalversammlung in der Großkirche zu einem von der Präsidentin angeführten Akt des Bundesschlusses und zur Einführung der Amtsträger/innen und des neuen Exekutivausschusses.

Die Botschaft und die Erklärung wurden verlesen und von den Mitgliedern des alten und des neuen Exekutivausschusses unterzeichnet. Die Präsidentin lud alle Mitglieder der Generalversammlung ein, die Botschaft beim Ausgang an den Kirchentüren zu unterzeichnen. Die Feier schloß mit dem Lied "Send me Lord".

Schlußgottesdienst mit Abendmahl

Die Generalversammlung schloß um 19.30 Uhr mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Großkirche. Der neugewählte Präsident, Dr. C.S. Song und Bischof Dr. Gusztáv Bölcskei von der Reformierten Kirche in Ungarn predigten (Anhang 26 & 27).

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Nach dem Gottesdienst beteiligten sich die Mitglieder der Generalversammlung und der Ortsgemeinden an einem Fackelzug zum Reformationsplatz außerhalb der Kossuth-Universität, der wegen des ungarischen Nationalfeiertags mit Flutlicht erleuchtet war. Dort wurde die Erklärung von Debrecen in ungarisch und den vier Sprachen der Generalversammlung vor einer Menge von mehr als 2.000 Menschen öffentlich vorgelesen. Danach gingen die Teilnehmenden auseinander und die Generalversammlung fand ihr Ende.

"Nicht uns, Herr, nicht uns,
sondern deinem Namen gib Ehre." (Psalm 115,1)

  Für das Protokoll verantwortlich:
Judy Guder und John Gilbey
 


Notes

1. Debrecen 1997: Protokoll und Berichte der 23. Generalversammlung hrg. Milan Opocensky (Genf: RWB, 1997), Anhang 8, S. 132 usw.

2. Debrecen 1997, Anhang 11, S. 179.

3. Debrecen 1997, Anhang 18, S. 234usw.

4. Die Wahlen nahmen die 11. bis 13. Geschäftssitzung in Anspruch. Die Diskussion über den Bericht des Ausschusses für Grundsatzfragen wurde während der Stimmauszählungen fortgesetzt. Um einer besseren Übersicht willen werden die Wahlen im Protokoll zusammenhängend aufgeführt.

 

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