Semper Reformanda
Reformierter Weltbund

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Die Erklärung von Debrecen

 
Die 23. Generalversammlung

Debrecen 1997

Die Erklärung von Debrecen

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Wir gehören - mit Leib und Seele, im Leben und im Sterben - nicht uns selbst sondern unserem treuen Heiland Jesus Christus.1

Wir bekennen unser theologisches und moralisches Versagen, unsere Mittäterschaft, indem wir der Welt neue Lasten auferlegt und den Willen Gottes nur mangelhaft bezeugt haben. Wir bitten Gott und einander um Vergebung dieser Sünden und um Vergebung für das Unrecht, das wir einander getan haben. Im Vertrauen auf das neue Leben, das durch die Vergebung möglich wird, und auf die Verheißung Gottes, daß die Ketten der Ungerechtigkeit gesprengt werden können,2 erklären wir:

Wir gehören nicht uns selbst. Wir gehören dem lebendigen Gott, der alles erschaffen und als gut befunden hat. Wir wollen diese Schöpfung weder ausbeuten noch zerstören. Wir werden Gottes Schöpfung bewahren.

Wir gehören nicht uns selbst. Wir glauben an Jesus Christus, der für uns und unsere Erlösung gestorben und auferstanden ist. Wir bekennen, daß keine menschliche Ideologie und kein menschliches Programm das Geheimnis des letzten Zieles der Geschichte kennt. In allen Dingen sind wir von unserem Erlöser abhängig.

Wir gehören nicht uns selbst. Wir wissen, daß wir in Jesus Christus teuer erkauft sind. Wir wollen niemanden von oben herab behandeln, ausschließen, noch die Gaben irgendeiner Person, sei sie männlich oder weiblich, jung oder alt, ignorieren. Wir erklären unsere Solidarität mit den Armen und mit allen, die leiden, unterdrückt oder ausgeschlossen werden.

Wir gehören nicht uns selbst. Wir glauben an den Heiligen Geist, der uns in alle Wahrheit führen wird. Wir lehnen die falsche Auffassung ab, daß alles, Menschen und ihre Arbeit eingeschlossen, eine käufliche Ware sei.

Wir gehören nicht uns selbst. Wir sind dazu berufen, uns zu einer neuen Gemeinschaft im Geiste Gottes verwandeln zu lassen. Wir verpflichten uns zu einem einfachen Lebensstil, der Zeugnis ablegt über Gottes ordnendes Eingreifen im Haushalt des Lebens.

Wir gehören nicht uns selbst. Wir verzweifeln nicht, denn Gott regiert. Wir werden weiterhin gegen die Ungerechtigkeit in dieser Welt kämpfen. Wir hoffen auf die Heilige Stadt, in der Gott unter den Menschen wohnen und ihr Gott sein wird.

Wir gehören nicht uns selbst. Vereint mit den Christinnen und Christen reformierten Glaubens in Vergangenheit und Gegenwart und mit dem ganzen Volk Gottes erheben wir unsere Stimmen und verkünden:

Soli Deo gloria!

Fußnoten

1 Diese Worte sind eine Adaption der Antwort auf die erste Frage des Heidelberger Katechismus.

2 Jesaja 58,6.

 


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