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In fast jedem Land der Welt finden sich heute reformierte Kirchen. Aber sie haben die Tendenz, sich in viele Gruppen zu zersplittern. Die letzte Studie über die reformierten Kirchen erfaßte weltweit 746 Kirchen.1 Das sind jedoch bei weitem noch nicht alle. In den meisten Ländern befindet sich mehr als eine reformierte Kirche.

Auf regionaler und internationaler Ebene haben sich zudem verschiedene Vereinigungen reformierter Kirchen gebildet, die manchmal sogar in Opposition zueinander stehen.2 Obwohl dem Weltbund nicht die Mehrheit der reformierten Kirchen angehört, gehört die Mehrzahl der reformierten Christen einer Mitgliedskirche des Weltbundes an. Reformierte Kirchen haben eine einzigartige Tendenz, sich zu zersplittern.

Wie können reformierte Kirchen angesichts dieser Situation glaubwürdig Gottes Geschenk der Versöhnung in Christus bezeugen? Wie können sie ihre gegenwärtigen Trennungen überwinden und zu einem gemeinsamen Zeugnis in der Welt finden?

Mission in Unity cross

1989 hatte die 22. General-versammlung in Seoul, Korea, die Mitgliedskirchen aufgerufen, ihrer Einheit größeren Ausdruck zu verleihen. Die 23. Generalversammlung, die 1997 in Debrecen, Ungarn, stattfand, hat diesen Aufruf erneuert und die Suche nach der Einheit in der Mission zu einem Schwerpunkt des Weltbundes erklärt.

Das gegenwärtige Projekt über die Einheit der Mission (1999-2005) ist aus einer Serie von Konsultationen des Internationalen Reformierten Zentrums John Knox (Genf) in den Jahren 1988 bis 1998 erwachsen. Der Weltbund folgte einem Vorschlag der letzten dieser Konsultationen vom April 1998 und stimmte einem gemeinsamen Projekt mit dem John Knox Zentrum zu, das zunächst auf drei Jahre befristet und später um weitere drei Jahre verlängert wurde.

Ziele und Inhalte

In der Erkenntnis, daß die gegenwärtige Zersplitterung der reformierten Kirchen nicht mit dem biblischen Zeugnis in Einklang zu bringen ist, ist das Hauptziel des Projekts, den reformierten Kirchen bei der Überwindung ihrer Trennungen zu helfen, die Einheit in der Vielfalt zu stärken und das gemeinsame Zeugnis in der Welt zu fördern. Das Projekt verfolgt darüber hinaus drei weitere Ziele:

das Bewußtsein der Kirchen über die gegenwärtige Zersplitterung zu schärfen und die Notwendigkeit einer gemeinsamen Antwort plausibel zu machen;

Einheitsbemühungen unter den Kirchen ausgewählter Länder zu unterstützen, um so Modelle der Einheit in der Mission zu fördern;

zur Entwicklung eines gemeinsamen theologischen Verständnisses von Mission und Einheit reformierter Kirchen beizutragen. Dabei sollen sowohl die interne Situation reformierter Kirchen als auch der weitere ökumenische Kontext in Betracht gezogen werden.

Ein Hauptaugenmerk bei diesem Projekt liegt auf der Kommunikation mit Kirchen, theologischen Ausbildungsstätten, kirchlichen Vereinigungen, Frauenorganisationen, Jugendverbänden und Missionsgesellschaften. Die Initiativen sollen nicht "von oben" bestimmt, sondern in dem jeweiligen Kontext entwickelt werden. Das Projekt bemüht sich, eine Vielzahl von Einzelpersonen und Gruppen zu beteiligen, die sich dem gleichen Ziel verschrieben haben.

Verschiedene Konsultationen, deren Ergebnisse in der Publikationsreihe des John Knox Zentrums veröffentlicht sind, dienen als Referenzrahmen des Projekts:

  • Mission and Unity: The Reformed family and its mandate [Mission und Einheit: Die Familie der reformierten Kirchen und ihr Mandat], John Knox Series No. 6 (Geneva: CIRJK, 1989);
  • Mission in Unity: Towards deeper communion between Reformed churches worldwide [Einheit in der Mission: Auf dem Wege zu einer tieferen Gemeinschaft zwischen den reformierten Kirchen in der Welt], John Knox Series No. 8 (Geneva: CIRJK, 1993);
  • Mission in Unity: Ethnicity, migration and the unity of the church [Einheit in der Mission: Volkszugehörigkeit, Migration und die Einheit der Kirchen], John Knox Series No. 9 (Geneva: CIRJK, 1995);
  • And the Net was not Torn: Report from a consultation on Mission in Unity [Und das Netz ward nicht zerrissen: Bericht einer Konsultation über die Einheit in der Mission], John Knox Series No.10 (Geneva: CIRJK, 1998).

Das Projekt wird von einer elfköpfigen Beratungsgruppe geleitet, in der sowohl der Weltbund als auch das John Knox Zentrum vertreten sind. Jet den Hollander von den Reformierten Kirchen in den Niederlanden wurde zur Exekutivsekretärin des Projekts berufen, welche die Stelle im September 1999 angetreten hat. Sie hat ehemals für den Weltmissionsrat (CWM) in London und zuletzt in Jamaika gearbeitet. Die Projektsekretärin arbeitet eng mit den beiden das Projekt tragenden Organisationen zusammen. Das Sekretariat des Projekts befindet sich im Internationalen Reformierten Zentrum John Knox, 27 chemin des Crêts-de-Pregny, 1218 Grand-Saconnex, Schweiz. Tel: +41 22 920 3385; Fax: +41 22 791 0638.


Anmerkungen

1. Jean-Jaques Bauswein und Lukas Vischer, Hrsg., The Reformed Family Wordwide, A survey of Reformed churches, theological schools and international organizations (Grand Rapids: Eerdmans, 1999).

2. Für den internationalen Bereich sollte vor allem der Reformierte Ökumenische Rat genannt werden. Er wurde 1946 gegründet und hat sein Sekretariat in Grand Rapids, Michigan, USA. In ihm sind 34 reformierte und presbyterianische Kirchen aus 23 Ländern zusammengeschlossen. Im Jahre 1998 richteten der RWB und der Reformierte Ökumenische Rat einen gemeinsamen Ausschuß ein, um die Zusammenarbeit zu fördern.

 

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