Die 23. Generalversammlung des Weltbundes
Debrecen, Ungarn, 8. - 20. August 1997
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| Die Sorge um die Gerechtigkeit steht im Zentrum der biblischen Botschaft und der reformierten Tradition. Die Leidenschaft Calvins und anderer Reformatoren für soziale Gerechtigkeit hinterliessen im Zeugnis reformierter Kirchen ihre Spuren. In jüngster Zeit ist in der reformierten Theologie betont worden, dass Gottes Gerechtigkeit in erster Linie den Armen und Unterdrückten gilt. |
Die Generalversammlung tritt alle sieben bis acht Jahre zusammen, um eine gemeinsame reformierte Antwort auf die lokalen und globalen Herausforderungen der Mitgliedskirchen zu suchen.
1982
Die 21. Generalversammlung in Ottawa, Kanada, erklärte, die Situation in Südafrika
begründe einen Status confessionis, da Apartheid Sünde sei und ihre theologische
Rechtfertigung Häresie.
1989
Die 22. Generalversammlung in Seoul, Korea,
erklärte, sich engagiert
für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung
einzusetzen, wie
auch für die Partnerschaft von Frauen und Männern in Kirche
und Gesellschaft,
und die Einheit der reformierten Kirchen und der ganzen Menschheit.
1997
Die 23. Generalversammlung fand vom 8. bis 20. August 1997 in Debrecen, Ungarn, statt. Ihr Thema
war der prophetische Aufruf aus Jesaja 58,6 "Sprengt die Ketten der Ungerechtigkeit".
Programm der 23. Generalversammlung
Sektion I: Reformierter Glaube und die Suche nach Einheit
1.1. Reformiertes Selbstverständnis: "Wozu sind wir berufen?" Welche Bereiche unseres historischen und theologischen Erbes haben auch heute noch ihre Gültigkeit und welche müssen im Licht heutiger Herausforderungen neu überdacht werden?
1.2. Evangelium und Kulturen: Die 22. Generalversammlung erklärte: "Wir geben zu, dass das Evangelium die Kultur durchdringt. Und bis zu einem gewissen Grade durchdringt die Kultur auch unser Verständnis des Evangeliums." Diese Untergruppe wird diesen Wechselwirkungen weiter nachgehen.
1.3. Gemeinsames Zeugnis im Kontext: Christen leben ihr Zeugnis in unterschiedlichen Kontexten. In der Mission Gottes zu stehen heisst, dass Menschen ihren Glauben so zum Ausdruck bringen, dass unsere Einheit in Christus deutlich wird.
Sektion II - Gerechtigkeit für die ganze Schöpfung
2.1. Reformierter Glaube und wirtschaftliche Gerechtigkeit: Diese Untergruppe wird die Fragen wirtschaftlicher Gerechtigkeit aus der Sicht reformierten Glaubens untersuchen.
2.2. Schöpfung und Gerechtigkeit: Die Umweltkrise bedroht das Leben auf unserem Planeten. Reformierter Glaube fordert von uns, treue Haushalter/innen zu sein und auf mehr Gerechtigkeit für die ganze Schöpfung hinzuarbeiten.
2.3. Nationale und ethnische Identität: In den 200 Staaten unserer Welt leben ungefähr 5.000 verschiedene ethnische Gruppen. Wie können sie zusammenleben? Wie kann die Integrität der menschlichen Gemeinschaft in ihrer ganzen Vielfalt am besten geschützt werden? Was können wir mit unserem Verständnis einer christlichen Gemeinschaft dazu beitragen?
Sektion III - Partnerschaft in Gottes Mission
Stärken/Herausfordern/Umwandeln: Diese Sektion beschäftigt sich mit der Partnerschaft von Frauen und Männern innerhalb der Kirche und in allen Bereichen der Gesellschaft. In drei Schritten wird der Frage nachgegangen: Wie können wir sowohl Frauen wie Männer in ihren Begabungen für den Dienst stärken? Wie können wir die geschlechtsspezifischen Ungerechtigkeiten in Frage stellen? Und wie können wir durch den Heiligen Geist so verwandelt werden, dass wir Gott in der heutigen Welt in seiner Mission partnerschaftlich unterstützen können?
Die Reformierte Kirche in Ungarn
Die Reformierte Kirche in Ungarn reicht in ihren Ursprüngen bis ins Jahr 1567 zurück, als die Synode in Debrecen das Zweite Helvetische Bekenntnis annahm. Sie wird in Debrecen, das oft das calvinistische Rom genannt wird, Gastgeberin der Generalversammlung sein. Die Kirche hat ungefähr zwei Millionen Mitglieder, ein ausgeprägtes Gemeindeleben und ein starkes Engagement in christlicher Erziehung. Die augenblickliche Situation in Mittel-und Osteuropa hat dazu geführt, dass sich die Kirche sehr im Dienst an Flüchtlingen und Vertriebenen engagiert. Sie unterhält enge Verbindungen mit den weitgehend ungarisch sprechenden reformierten Kirchen in den Nachbarländern.
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Für weitere Informationen schreiben Sie bitte
an Páraic Réamonn,
Kommunikationssekretär des Reformierten Weltbundes.