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Accra 2004 |
EinführungPáraic Réamonn "Für die Hälfte der Weltbevölkerung heißt die brutale Wirklichkeit: als Kuh ginge es dir besser. Die europäische Durchschnittskuh bekommt vom Steuerzahler täglich 2.20 USD an Subventionen und anderen Hilfen. Inzwischen leben 2,8 Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern der Welt von weniger als zwei Dollar täglich."1 "Auf dass alle das Leben in Fülle haben" ist das Thema unserer 24. Generalversammlung (Accra 2004). Was aber bedeutet es, ein Leben in Fülle zu haben in einer Welt, in der es Menschen besser ginge, wenn sie Rinder wären und selbst diese Rinder verrückt werden?2 Karl Barth war berühmt dafür, dass er uns drängte, auf unserer Lebensreise die Bibel in der einen Hand und die Zeitung in der anderen Hand zu halten, aber in der heutigen Welt ist die Spannung zwischen der von den Medien eingefangenen Wirklichkeit und den in der Schrift übermittelten Verheißungen gravierend groß.3 Diese in englischer, französischer, deutscher und spanischer Sprache veröffentlichte Doppelnummer von Reformed World enthält die Studientexte und Bibelarbeiten für die Teilnehmenden an der 24. Generalversammlung, sollte aber einer größeren Leserschaft zugänglich gemacht werden. Die Bibelarbeiten laden uns ein, Noomi auf ihrer Reise von Juda nach Moab und Rut auf dem Rückweg zu begleiten, ein hoch symbolischer Reiseweg, wenn es den überhaupt gab.4 In den Studientexten werden zunächst einige der heutigen Bedrohungen und Herausforderungen des Lebens betrachtet, danach aus theologischer Sicht die Bedeutung des Lebens reflektiert und schließlich erwogen, was unser Thema für uns als Christinnen und Christen sowie für die Mission, die Bundesschlüsse und die Spiritualität unserer reformierten und unierten Kirchen beinhaltet. Philippe Kabongo-Mbayas Studie über Joh 10,10 erschien erstmals in englischer Sprache in unserem Dezemberheft 2002 über Leben in Fülle in Afrika, aber wir drucken diesen Text den Teilnehmenden zuliebe hier noch einmal in vier Sprachen ab. Die meisten dieser Materialien wurden im Jahre 2002 entworfen, dann bei einer Konsultation im Dezember 2002 miteinander besprochen, danach von den Autorinnen und Autoren überarbeitet und vom Genfer Sekretariat redigiert. Jeder Artikel wird zu Recht seinem ursprünglichen Autor oder seiner Autorin zugeschrieben, sie alle sind aber Ergebnis einer individuellen und gemeinschaftlichen Anstrengung.5 Wir schicken sie nun in der Hoffnung auf den Weg, dass sie von den Teilnehmenden in Accra und anderen in vielfältiger Weise zum persönlichen und gemeinsamen Studium eingesetzt und benutzt werden. Viel Freude beim Lesen! Anmerkungen1. Charlotte Denny, "Cows are better off than half the world", The Guardian, 22. August 2002. 2.20 USD = €1.90. 2. Bovine spongiform encephalitis, einer von Britanniens neueren Beiträgen zum Fortschritt, ist besser bekannt als Rinderwahnsinn. 3. Natürlich vorausgesetzt, dass die Medien nicht diesem global wachsenden Trend folgen und uns einfach nur mit Propaganda füttern, da sie mehr und mehr zur Spielwiese von Konzernen und Konglomeraten werden. 4. Dass alle Dinge von Gott kommen und zu Gott zurückkehren ist der strukturierende Grundsatz in Thomas von Aquins Summa der Theologie und in Calvins Unterricht in der christlichen Religion und im Grunde auch in der Schrift selbst. 5. Ein Modell, das wir uns für die Kirchen des Weltbundes wünschen: eine Gemeinschaft gemeinsamen Lebens und Handelns zu sein.
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