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Accra 2004 |
Eine Kirche ohne MauernKomm, wir besuchen eine Gemeinde in einem Stadtzentrum in Schottland. Dort gab es in den letzten Jahren eine Entvölkerung, aber auch eine Neuentwicklung, sodass man heute von einem "2-10-20 Profil" spricht: 2000 Menschen leben in der Stadt, 10,000 arbeiten in ihr und 20,000 kommen am Wochenende zur Unterhaltung und zum Vergnügen. Dann gibt es auch noch die obdachlosen Frauen und Männer, weil Familien und Gemeinschaftsleben zerbrochen sind. Wir halten an und fragen einen Obdachlosen: "Was könnte die Kirche für Sie tun?" Seine Antwort ist einfach. "Lasst mich drinnen schlafen statt draußen." Einige Kirchen arbeiten zusammen, um über den Winter einen einfachen Schutz anzubieten. Er kann nun drinnen essen und schlafen und eine Weile eine sorgende Gemeinschaft erleben. Jetzt gehen wir zu unserem örtlichen Nachtklub. Der Besitzer spricht vom Zusammenbruch der Gemeinschaft, sein Klub sei aber "eine neue Art von Gemeinschaft". Überraschenderweise sagt er, wenn die Kirche relevant sein wolle, dann müsse sie "Teil unserer täglichen Lebensgewohnheiten werden". Erste Versuche, ein Nachtklubpfarramt einzurichten, schlagen fehl, aber eine kleine Gruppe christlicher Klubmitglieder überlegen, wie man in der Klubszene eine christliche Gemeinschaft verwurzeln könnte. Nun ist es Zeit, unsere Geschäftsleute zu besuchen. "Womit handeln Sie? Was bewegt die Menschen hier? Wenn Sie meinen Job hätten, wie würden Sie ihn ausfüllen?" Ein älterer Geschäftsführer spricht traurig von den jungen Leuten "die nichts in der Rückhand haben". "Wohin sollen sie sich wenden, wenn der Handel nicht zustande kommt oder die Werbung nicht klappt?" Er drängt uns, die Menschen mit der Frage nach Gott nicht über's Ohr zu hauen. Die Kauflustigen beeilen sich inzwischen, die Konsumtempel zu verehren und Kleider, Identität und eine Spiritualität ihrer Wahl zu kaufen. Bei ihrer Suche gehen sie an den altehrwürdigen Kirchen vorbei, deren Gemeinden immer älter und kleiner werden. Jemand macht einen Witz darüber, dass wir unsere Kirche verkaufen könnten, um einen Laden an der Hauptstraße zu kaufen, in dem wir den Menschen für ihre spirituelle Reise Gottesdienste, Meditationen, Beratung und Seelsorge und andere Optionen anbieten könnten. Ist das nur ein Witz oder ein prophetisches Wort? Der Pferdeflüsterer und der Weg nach Emmaus (Lk 24,13-35)"Der Pferdeflüsterer", ein Roman von Nicholas Evans, erzählt die Geschichte eines Pferdes, das bei einem Autounfall schwer verletzt wurde. Der Tierarzt konnte es nicht gänzlich heilen, sodass der Pferdeflüsterer gerufen wird. In indianischer Weise ausgebildet, die Körpersprache des Pferdes zu verstehen, bleibt er nah bei dem Tier, um sein Verhalten kennenzulernen und sein Vertrauen zu gewinnen. Im richtigen Augenblick hilft er dem Pferd, mit seiner größten Angst umzugehen. Der Pferdeflüsterer ist ein Vorbild für Evangelisierung in einer säkularen Gesellschaft. Wir können unsere Kunst des Umgangs von Jesus lernen, auf dem Weg nach Emmaus. Jesus begegnet den Menschen, die sich mit einem Verlust quälen. Er geht neben ihnen her, hört zu und stellt Fragen. Er lebt und belebt die Geschichte des Messias, der leiden muss, um in seine Herrlichkeit zu gelangen, und gibt so dem schwierigen Geheimnis des Lebens seinen Sinn. Seine Worte brennen als authentische Wahrheit in ihren Herzen, bis er an einem dörflichen Abendbrottisch seine Identität offenbart. Die Straße nach Emmaus bietet Anhaltspunkte, wie Kirche in einer säkularen Welt sich verstehen könnte. Wie die Jünger sind auch wir so besetzt von dem, was wir nicht haben - Statusverlust, Mitgliederschwund, keine jungen Leute - dass wir ironischerweise die eine Quelle, die wir wirklich brauchen, vergessen, den einen, der lebt und wohlauf ist und der an unserer Seite steht. Der Weg von Jerusalem nach Emmaus könnte als Reise gesehen werden, weg vom Ort politischer Macht zu einem Ort voller Einfachheit. Das europäische Christentum ist 1,700 Jahre lang den Weg der Konformität mit der Macht mitgegangen. Erneuerung wird in einer einfacheren Lebensweise zu finden sein. Die Straße nach Emmaus ist eine Einladung, eine einfache Kirche zu sein, bestehend aus "anonymen Suchenden und Kämpfenden", die ihre Masken fallen lassen und sich auf den Weg des verwundeten Heilers begeben. Die einfache Kirche hat keine Angst, mit einer aus Echtheit entstandenen Autorität ein Wort Gottes zu sagen, das zuerst in unserem Zusammenleben gelebt wurde und dann demütig anderen zugesprochen wird. Die schlichte Kirche wird ein Ort der Gastfreundschaft sein, wo der oder die Fremde ein Zuhause findet und Christus als Überraschungsgast kommt.
Fragen
GebetVäterlicher Gott, umhülle uns mit deiner Liebe
Herr Jesus, zentriere uns auf deine Liebe
Geist Gottes, trage uns in deiner Liebe,
Vater, Sohn und Heiliger Geist, umarme uns in deiner Liebe,
AutorPeter Neilson lebt in Schottland und ist assoziierter Pfarrer in der Saint Cuthbert's Kirche in Edinburgh. Er berief eine Sonderkommission ein, um Reformen innerhalb der Kirche von Schottland zu überprüfen.
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